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12. Landungsflottille

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Verband 12. Landungsflottille
Die 12. Landungsflottille ging aus der Marine-Hafenabteilung Antwerpen hervor, die im August 1940 zur Betreuung der Seelöwe-Fahrzeuge aufgestellt wurde. Nach Umbenennungen zur 2. Flottillenstammabteilung und schließlich zur 12. Landungsflottille im Dezember 1942, leistete der Verband bedeutende Dienste bei der Versorgung und Ablandung der 15. Armee in der Scheldemündung 1944. Nach schweren Verlusten durch Jagdbomber verlegte die Flottille über das deutsche Kanalsystem in die Ostsee, wo sie bis Kriegsende unter der 10. Sicherungs-Division an großangelegten Evakuierungsoperationen für Flüchtlinge und Truppen teilnahm.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: August 1940 als Marine-Hafenabteilung Antwerpen; 15.01.1942 Umbenennung in 2. Flottillenstammabteilung; am 01.12.1942 finale Umbenennung in 12. Landungsflottille.
Standort: Antwerpen/Scheldemündung; ab Oktober 1944 Verlegung über Rhein, Mittellandkanal und Oder nach Stralsund. Ab Dezember 1944 Einsatz in der Ostsee.
Technik: Bestand im Mai 1942: 24 Motorfährpräme (MFP), 2 Schlepper und 8 Motorboote. Einsatz von F-Fähren (u. a. F 184, F 185, F 186, F 863) und Booten vom Typ B (B 12).
Ende 1945: Am 08.05.1945 setzten sich die mit Flüchtlingen voll beladenen Boote nach Westen ab und kapitulierten vor den britischen Streitkräften.
Operationen und Verluste
Schelde 1944: Einsatz zur Versorgung und Ablandung der 15. Armee. Schwere Verluste durch Jabos: F 185/186 (10.09.), F 184 (12.09.), F 863/B 12 (13.09.).
Ostsee 1945: Unterstellung unter die 10. Sicherungs-Division; Durchführung von Rettungs- und Evakuierungsfahrten im Rahmen der Rückzugskämpfe in der östlichen Ostsee.
Binnentransfer: Verlegung der Flottillenboote über das Binnenwasserstraßennetz (Okt. 1944) zur Auffrischung und zum Frontwechsel an die Ostseeküste.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Evakuierung: Unterstützung bei der Räumung von U-Boot-Ausbildungseinrichtungen und technischem Personal aus den bedrohten Ostseehäfen im Frühjahr 1945.
Logistik: Die im Westraum geschaffene Infrastruktur und die dortigen Erfahrungen im MFP-Einsatz dienten als Grundlage für die Versorgung küstennaher U-Boot-Stützpunkte.
Personaltransfer: Fachpersonal der Landungsverbände wurde nach Auflösung von Einheiten oft zur Sicherung von U-Boot-Bunkern oder zu Kleinkampfverbänden versetzt.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 71 Landungsflottillen: Kriegstagebücher der 12. Landungsflottille über die Einsätze im Westraum und der Ostsee sowie Verlustlisten.
BArch RM 61-II Befehlshaber der Sicherung: Akten über die Unterstellung der Landungsverbände unter die 10. Sicherungs-Division.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Flottillenchefs und Kommandanten der 12. Landungsflottille.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Landungsverbände: 12. Landungsflottille).
Kugler, Randolf „Das Landungswesen in Deutschland seit 1900“ (Details zur taktischen Verwendung der F-Fähren).
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