Aktionen

1. Ausbildungsoffizier

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Version vom 2. März 2026, 16:47 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „{| style="background-color:#FFFFE0; border:3px double black; width:100%; table-layout:fixed; border-collapse:separate; padding:10px; font-weight:normal;" |- |…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Dienststellung 1. Ausbildungsoffizier (Schiff)
Der 1. Ausbildungsoffizier war eine Schlüsselposition auf den Schulschiffen und großen Einheiten der Kriegsmarine, die für die praktische Ausbildung des Offiziersnachwuchses (Seekadetten und Fähnriche) verantwortlich war. Er koordinierte den gesamten Lehrbetrieb an Bord, erstellte die Ausbildungspläne und überwachte die Vermittlung seemännischer, technischer und taktischer Kenntnisse. Als direkter Vorgesetzter der Offiziersschüler trug er zudem die Verantwortung für deren militärische Erziehung, Disziplin und charakterliche Formung während der Bordausbildungszeit.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufgabenbereich: Organisation der theoretischen und praktischen Unterweisung in Navigation, Signalkunde, Waffenwesen und Seedienst; Leitung der regelmäßigen Leistungsprüfungen.
Standort: Einsatz auf den Segelschulschiffen (z. B. Horst Wessel), den leichten Kreuzern (z. B. Emden) sowie auf den zu Schulschiffen umgerüsteten ehemaligen Linienschiffen (z. B. Schleswig-Holstein).
Qualifikation: Besetzung durch erfahrene Seeoffiziere (meist Kapitänleutnants oder Korvettenkapitäne) mit ausgeprägter pädagogischer Eignung und fundierter Fronterfahrung.
Ende 1945: Mit der Außerdienststellung der Schulschiffe und der Einstellung des regulären Ausbildungsbetriebs im Frühjahr 1945 wurde die Dienststellung hinfällig.
Spezifische Merkmale
Erziehungsauftrag: Prägung des Offiziersverständnisses der Anwärter durch Vorbildfunktion in Haltung, Führung und seemännischer Professionalität.
Beurteilungswesen: Erstellung der entscheidenden Zeugnisse über die Seemännische Eignung, die maßgeblich über den weiteren Werdegang der Offiziersschüler entschieden.
Koordinationsrolle: Schnittstelle zwischen dem Kommandanten des Schiffes und den verschiedenen Fachoffizieren, die als Hilfslehrer in den einzelnen Spezialgebieten fungierten.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Kaderauslese: Der 1. Ausbildungsoffizier traf die erste fundierte Einschätzung darüber, welche Offiziersanwärter die notwendige psychische und physische Härte für den Dienst in der U-Boot-Waffe besaßen.
Basisschulung: Vermittlung der nautischen Grundlagen, auf denen die spätere spezialisierte Ausbildung an den Unterseebootslehrdivisionen (U.L.D.) aufbaute.
Personaltransfer: Viele spätere U-Boot-Kommandanten erhielten ihren ersten prägenden Eindruck von der militärischen Seefahrt unter der Aufsicht eines 1. Ausbildungsoffiziers auf den Schulkreuzern.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 20 Marineschulen und Schulschiffe: Akten über die Ausbildungsorganisation und die Aufgaben der Ausbildungsoffiziere an Bord.
BArch RM 121 Marinelehrgänge: Berichte der Schulschiffe über den Ausbildungsstand der Offiziersjahrgänge (Crews).
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Verwendungen als 1. Ausbildungsoffizier im Rahmen der Offizierslaufbahn.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Ausbildungswesen: Die Offiziersausbildung).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Übersicht des Stammpersonals auf den Schulschiffen).
Koop / Schmolke „Die deutschen Segelschulschiffe“ (Details zur Bordorganisation und zum Ausbildungsalltag).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132