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Marineakademie

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Dienststelle Marineakademie
Die Marineakademie diente der wissenschaftlichen Fortbildung von Seeoffizieren, um sie für höhere Stellen in der Marine zu qualifizieren. Nach Vorläufern in Stettin, Danzig und Berlin wurde die Ausbildung zentral in Kiel konzentriert. Als Vorbild diente die Preußische Kriegsakademie. Der Lehrplan umfasste sowohl marinespezifische Fächer wie Seekriegsgeschichte als auch allgemeinbildende Fächer und moderne Fremdsprachen. Bis 1910 bestanden die Marineschule und die Marineakademie unter gemeinsamer Leitung in einem Gebäude, das umfangreiche Modellsammlungen und eine Bibliothek von etwa 40.000 Bänden beherbergte.
Entstehung, Struktur und Ausbildung
Vorgeschichte: Vorläufer in Stettin, Danzig und Berlin (Seekadetteninstitut). Aufgrund der nachteiligen Binnenlage erfolgte die Verlegung nach Kiel.
Auftrag: Gemäß Dienstvorschrift vom 28.05.1900: Wissenschaftliche Fortbildung der Seeoffiziere für höhere Führungsaufgaben und den Admiralstabsdienst.
Lehrgang: Dauer zunächst drei Jahre, ab 1883 auf zwei Jahre verkürzt. Umfasste Pflichtfächer (8–9 Einheiten) sowie ein breites Angebot an Wahlfächern.
Organisation: Unterstellung unter die Inspektion des Bildungswesens der Marine. Leitung durch einen Direktor für Akademie und Marineschule in Personalunion.
Spezifische Merkmale
Lehrkörper: Im Jahr 1904 bestand das Dozentenkollegium aus 24 Voll- und Teilzeitkräften für die akademische Ausbildung der Offiziere.
Etat: Für das Unterrichtsjahr 1903/04 verfügte die Einrichtung über einen Gesamtetat von 183.055 Reichsmark.
Ressourcen: Die Akademie bot spezialisierte Fachbibliotheken und umfangreiches Anschauungsmaterial für die technisch-wissenschaftliche Schulung.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Führungskader: Die akademische Ausbildung bildete die Grundlage für die spätere operative Planung und Führung in den Stäben des Befehlshabers der Unterseeboote (BdU).
Strategie: Die Vermittlung von Seekriegsgeschichte und taktischen Prinzipien an der Akademie prägte das strategische Denken der späteren U-Boot-Führung.
Technikverständnis: Die wissenschaftliche Vertiefung ermöglichte den Offizieren die Beurteilung komplexer technischer Entwicklungen im U-Boot-Bau und der Waffenakustik.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 3 Reichsmarineamt: Akten über die Ausbildungseinrichtungen, Lehrpläne und Etatfragen der Marineakademie.
BArch RM 121 Marinelehrgänge und Schulen: Unterlagen zur Inspektion des Bildungswesens und der Organisation der Akademie in Kiel.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über den Besuch der Marineakademie als Teil der Qualifikation für höhere Offizierslaufbahnen.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Ausbildungswesen: Die Marineakademie).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Chronologie der Direktoren der Marineakademie und Marineschule).
Aretz, Bernd „Die Marineschule Mürwik“ (Details zur historischen Entwicklung und dem Verhältnis zur Akademie).
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