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| Dienststelle
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Marinelazarett Kiel
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| Das Marinelazarett Kiel war eine zentrale medizinische Einrichtung der Kriegsmarine am Standort der Marinestation der Ostsee. Es diente der stationären Behandlung, Rehabilitation und Begutachtung von Marineangehörigen. Neben der allgemeinen klinischen Versorgung verfügte das Lazarett über spezialisierte Fachabteilungen für Chirurgie, innere Medizin und Tropenkrankheiten. Als Schwerpunktkrankenhaus im Ostseeraum war es zudem maßgeblich an der Ausbildung von Sanitätspersonal sowie der Erstellung von Tauglichkeitsgutachten für den Bord- und U-Boot-Dienst beteiligt.
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| Entstehung, Funktion und Ende
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| Aufstellung: |
Langjähriger Traditionsstandort der Kaiserlichen Marine und Reichsmarine; im Zweiten Weltkrieg massiv erweitert und dem Stationsarzt der Ostsee unterstellt.
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| Standort: |
Kiel (Schleswig-Holstein). Hauptkomplex im Stadtteil Wik, ergänzt durch mehrere Ausweich- und Teillazarette im Stadtgebiet und Umland (z.B. Kiel-Hassee).
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| Aufgabe: |
Medizinische Versorgung verwundeter und erkrankter Soldaten; Durchführung von Tauglichkeitsprüfungen; Forschung im Bereich der Marinemedizin.
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| Ende 1945: |
Nach der Kapitulation im Mai 1945 unter britische Aufsicht gestellt; später teilweise in die zivile Krankenhausstruktur der Stadt Kiel überführt.
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| Spezifische Merkmale
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| Kapazität: |
Als eines der größten Lazarette der Marine verfügte Kiel über modernste Operationssäle und spezialisierte Labore für klinische Untersuchungen.
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| Luftschutz: |
Aufgrund der schweren Luftangriffe auf den Kriegshafen Kiel wurden umfangreiche Bunkersysteme für Patienten und Operationsräume (OP-Bunker) errichtet.
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| Forschung: |
Enge Zusammenarbeit mit dem Institut für Marinemedizin und der Universität Kiel in Fragen der Schiffshygiene und Taucherphysiologie.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Tauglichkeit: |
Durchführung der strengen medizinischen Eignungstests für U-Boot-Bewerber, insbesondere im Hinblick auf Druckfestigkeit und psychische Belastbarkeit.
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| Behandlung: |
Spezialisierte Betreuung von U-Boot-Besatzungen nach langen Feindfahrten, insbesondere bei Erschöpfungszuständen oder spezifischen Berufskrankheiten (Darmbeschwerden, Hautleiden).
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| Ausbildung: |
Schulung der U-Boot-Sanitätsmaaten in der Notfallmedizin und Wundversorgung unter den erschwerten Bedingungen an Bord.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 12 |
Sanitätswesen der Kriegsmarine: Akten über die Organisation, Baupläne und Tätigkeitsberichte des Marinelazaretts Kiel.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Nachweise über die Dienstzeit von Marineärzten und Sanitätspersonal am Standort Kiel.
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| BArch PERS 10 |
Sanitätsoffiziere der Marine: Laufbahnunterlagen der leitenden Ärzte des Lazaretts.
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Sanitätswesen: Die Marinelazarette).
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| Nöldeke / Hartmann |
„Der Sanitätsdienst in der deutschen Flotte“ (Details zur medizinischen Infrastruktur in Kiel).
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| Wegner, Günter |
„Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Chronologie der Chefärzte der Lazarette).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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