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Marine-Auffangkommando Itzehoe

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Verband Marine-Auffangkommando Itzehoe
Das Marine-Auffangkommando Itzehoe war eine improvisierte Dienststelle, die in der Endphase des Zweiten Weltkriegs sowie unmittelbar nach der Kapitulation im Mai 1945 eingerichtet wurde. Es diente der Aufnahme, Erfassung und truppendienstlichen Neuordnung von Marineangehörigen, die infolge der Rückzugsbewegungen aus den besetzten Gebieten (insbesondere Dänemark und Norwegen) oder durch die Auflösung von Dienststellen ihre Verbände verloren hatten. Das Kommando war Teil des Auffangwesens der Marine im Raum Schleswig-Holstein unter britischer Aufsicht.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Frühjahr 1945 als Reaktion auf die unkontrollierten Truppenbewegungen im norddeutschen Raum; administrativ dem Marineoberkommando Ostsee unterstellt.
Standort: Itzehoe (Schleswig-Holstein). Nutzung lokaler Kasernen und provisorischer Unterkünfte zur Unterbringung tausender Marineangehöriger.
Aufgabe: Registrierung versprengter Soldaten; Ausstellung von Personalpapieren; Zuweisung zu neuen Marschbataillonen oder zur Demobilisierung.
Ende 1945: Auflösung nach Abschluss der groben Entlassungswellen und der Überführung des Personals in den zivilen Sektor oder Kriegsgefangenschaft.
Spezifische Merkmale
Administration: Durchführung von Entlassungsuntersuchungen und Ausstellung der Entlassungsscheine in Zusammenarbeit mit den britischen Besatzungsbehörden.
Ordnung: Aufrechterhaltung der militärischen Disziplin unter den oft demoralisierten Rückkehrern zur Vermeidung von Unruhen in der Zivilbevölkerung.
Verpflegung: Organisation der Versorgung für große Menschenmengen unter den prekären Bedingungen der unmittelbaren Nachkriegszeit.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
U-Boot-Fahrer: In Itzehoe wurden zahlreiche Besatzungsmitglieder der aus Norwegen und Dänemark zurückkehrenden U-Boot-Flottillen (z. B. der 11. und 31. Flottille) erfasst.
Spezialisten: Gezielte Erfassung von technischem Fachpersonal der U-Boot-Waffe zur Sicherstellung für spätere Minenräumarbeiten (GMSA).
Dokumentation: Das Auffangkommando war die letzte militärische Station für viele U-Boot-Fahrer vor ihrer Rückkehr in das Privatleben oder die Gefangenschaft.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Akten über die Organisation des Auffangwesens in Schleswig-Holstein 1945.
BArch RM 121 Marinelehrgänge und Schulen: Unterlagen zur Abwicklung der Ausbildungseinheiten im Raum Itzehoe/Glückstadt.
BArch PERS 6 Personalakten: Letzte Dienstbucheinträge und Entlassungsvermerke des Standortes Itzehoe.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Das Ende der Kriegsmarine).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der Abwicklungsstellen).
Madsen, Chris „The Royal Navy and German Naval Disarmament 1942–1947“ (Details zur britischen Kontrolle der Auffanglager).
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