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Seefliegerhorst Holtenau

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Dienststelle Seefliegerhorst Holtenau
Der Seefliegerhorst Holtenau war ab 1934 einer der bedeutendsten Stützpunkte der Marineflieger und späteren Luftwaffe an der Ostsee. Er diente als operative Basis für Seeaufklärer, Bordflieger und Seenoteinheiten sowie als logistischer Knotenpunkt für Unternehmen in Skandinavien. In Holtenau wurden wegweisende Einheiten wie die Trägergruppe 186 (für die "Graf Zeppelin") und die erste deutsche Drehflüglereinheit formiert. In den letzten Kriegswochen 1945 war der Horst zentraler Ausgangspunkt für Evakuierungsflüge aus den Ostgebieten.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: 1934 Indienststellung der ersten Seefliegerstaffel; massiver Ausbau bis zur Eingliederung in die Luftwaffe am 27.01.1939.
Standorte: Kiel-Holtenau; strategische Lage am Nord-Ostsee-Kanal mit Land- und Wasserflughafen sowie Anbindung an die Deutschen Werke.
Aufgabe: Seeaufklärung; Ausbildung von Bordfliegern; Seenotdienst; Basis für Transportverbände (Operationen Weserübung und Westfeldzug).
Ende 1945: Britische Besetzung im Mai 1945; Seenotstaffeln durften aufgrund humanitärer Aufgaben (Flüchtlingstransporte) teils über die Kapitulation hinaus operieren.
Stationierte Verbände & Technik
Küstenflieger: 2./KFlGr 206 (Dornier Wal); KFlGr 406 (bis 1940); KFlGr 606 (Do 17 Z); Seeaufklärungsgruppe 125 (He 60, Ar 95W, He 114).
Bordflieger: Bordfliegergruppe 196 (He 60, Ar 196) für Katapulteinsätze auf Kriegsschiffen; erste Drehflüglereinheit mit FA 330 und FL 282.
Trägerflieger: Trägergruppe 186 (Bf 109 B, Ju 87 B) für den Flugzeugträger "Graf Zeppelin"; Einsatz u. a. gegen polnische Einheiten (Wicher, Gryf).
Seenotdienst: Seenotbezirksstelle Holtenau (ab 1939) mit Seenotstaffeln (Do 24) für Rettungseinsätze in Nord- und Ostsee.
Seeteufel: Stationierung von Flugbetriebsbooten (Typ B IV) als Arbeits- und Schleppboote für den Horstbetrieb (z. B. Boot Nr. 411).
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Luftschutz: Sicherung der Kieler U-Boot-Werften und Erprobungsgebiete durch die in Holtenau stationierten Küstenjagdstaffeln.
Eismeer-Logistik: Holtenau diente als Sprungbrett für Transportflieger (KGr zbV 105), die Nachschub für die U-Boot-Stützpunkte in Norwegen lieferten.
Drehflügler: Die Erprobung der FA 330 "Bachstelze" in Holtenau war die technische Basis für deren späteren Einsatz auf Fern-U-Booten (Typ IX D2).
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RL 8 Luftwaffe / Verbände: Akten über die Küsten- und Bordfliegergruppen sowie die Trägergruppe 186 am Standort Holtenau.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Zusammenarbeit mit den Seefliegerkräften in der Ostsee und Norwegen.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Marineflieger (z. B. Hozzel) und technisches Personal der Seenotstaffeln.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Die Luftwaffe über See: Stützpunkt Kiel-Holtenau).
Dierich, Wolfgang „Die Verbände der Luftwaffe 1935–1945“ (Details zur Stationierung der KFlGr und Bordflieger).
Breyer, Siegfried „Der Flugzeugträger Graf Zeppelin“ (Hintergründe zur Trägergruppe 186).
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