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Eiserne Division

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Verband Eiserne Division
Die Eiserne Division war der bedeutendste deutsche Freiwilligenverband während der Kämpfe im Baltikum 1919. Sie entstand aus der im Dezember 1918 gebildeten „Eisernen Brigade“ und wurde unter der Führung von Major Josef Bischoff zu einem schlagkräftigen Verband ausgebaut. Die Division kämpfte in Kurland und Litauen gegen die Rote Armee sowie gegen lettische und estnische Nationaltruppen. Trotz des Verbots durch die Reichsregierung und der Einstellung der Soldzahlungen setzte der Verband den Kampf eigenmächtig fort, bis er Ende 1919 unter schwersten Verlusten nach Ostpreußen zurückgeführt wurde.
Entstehung, Gliederung und Einsatz
Aufstellung: Januar 1919 aus Resten der 8. Armee und neu angeworbenen Freiwilligen; Sitz des Stabes in Mitau.
Gliederung: Bestehend aus drei Infanterie-Regimentern, Artillerie-Abteilungen sowie Kavallerie- und Fliegerstaffeln (ca. 15.000 Mann).
Einsatz 1919: Rückeroberung von Riga (Mai 1919); Schlachten bei Wenden und an der Düna; Belagerung von Thorensberg.
Ende 1919: Rückzug über die deutsche Grenze im Dezember 1919; Auflösung und teilweise Übernahme in den Grenzschutz Ost.
Spezifische Merkmale
Symbolik: Bekannt für das Totenkopf-Emblem an Mützen und Fahrzeugen; Symbol für den kompromisslosen Kampfwillen der „Baltikumer“.
Motivation: Die Versprechungen auf Landbesitz im Baltikum (Siedlungsverträge) waren die primäre Triebfeder für die Anwerbung tausender Veteranen.
Status: Der Verband agierte zeitweise als völkerrechtlich illegale Privatarmee außerhalb der Kontrolle der Weimarer Regierung.
Relevanz für die Marine
Personalschmiede: Zahlreiche Seeoffiziere der Crew 1921/22 dienten zuvor als Freiwillige in der Eisernen Division und brachten deren Ideologie in die Marine ein.
Küstenschutz: Die Division sicherte 1919 die wichtigen Nachschubhäfen Libau und Windau, die als Basen für deutsche Seestreitkräfte im Baltikum dienten.
Tradition: Der Mythos des „unbesiegten Frontsoldaten“ aus den Baltikumkämpfen prägte das Selbstverständnis vieler späterer U-Boot-Kommandanten (z. B. Wolfgang Lüth).
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch PH 16 Freikorps und Freiwilligenverbände: Akten über die Operationen und die Gliederung der Eisernen Division.
BArch RW 4 Reichswehrministerium: Unterlagen zur Rückführung und Auflösung der Baltikum-Einheiten 1919/20.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Baltikum-Dienstzeiten bei Offizieren der späteren Kriegsmarine.
Literaturverweise
Bischoff, Josef „Die Eiserne Division im Baltikum 1919: Ein Rechenschaftsbericht“.
Sauer, Bernhard „Vom Mythos eines ewigen Soldatentums: Die Freikorps im Baltikum“.
Tessin, Georg „Deutsche Verbände und Truppen 1918–1939“ (Organisatorischer Aufbau der Division).
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