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Torpedolehrgang für Torpedowaffenleiter

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Ausbildung Torpedolehrgang für Torpedowaffenleiter
Der Torpedolehrgang für Torpedowaffenleiter war ein spezialisierter Fachlehrgang für Offiziere der Waffenlaufbahn sowie für erfahrene Seeoffiziere, die als Artillerie- oder Waffenoffiziere (A.O./W.O.) auf Überwasserstreitkräften oder in Stäben eingesetzt wurden. Er vermittelte tiefgehende Kenntnisse über die Technik, Wartung und den taktischen Einsatz der Torpedowaffe. Im Gegensatz zum Schießlehrgang lag der Schwerpunkt hier auf der Leitung des gesamten Torpedowaffendienstes an Bord, einschließlich der Munitionsverwaltung, der Aufsicht über die Torpedowerkstätten und der Koordination der Wartungsintervalle für die komplexen Antriebs- und Zündersysteme.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufgaben: Fachliche Leitung des Torpedopersonals; Überwachung der Torpedoregelstellen; Munitionsbewirtschaftung; Abnahme technischer Revisionen; Instandsetzungsplanung.
Standort: Durchführung an der Torpedoschule I (Flensburg-Mürwik) sowie an den technischen Versuchsanstalten der Inspektion des Torpedowesens.
Qualifikation: Teilnahme von Waffenoffizieren und technischen Offizieren, die für die Leitung der Waffenressorts auf Kreuzern, Zerstörern oder in Flottillenstäben vorgesehen waren.
Ende 1945: Mit der Auflösung der Fachschulen und der Einstellung der torpedotechnischen Ausbildung nach der Kapitulation beendet.
Spezifische Merkmale
Technik-Fokus: Umfassende Einweisung in die Mechanik der G7a- und G7e-Torpedos sowie in die empfindliche Sensorik der Magnet- und Aufschlagzünder.
Innovation: Ab 1943/44 verstärkte Schulung an den neuen akustischen und drahtgelenkten Torpedotypen zur Abwehr alliierter Geleitsicherungen.
Verwaltung: Vermittlung der administrativen Vorschriften zur Lagerung und zum Transport von scharfer Munition unter den erschwerten Bedingungen des Seekrieges.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Flottillenstab: Absolventen dienten als Waffenreferenten in den U-Flottillen (z. B. 6. U-Flottille), um die technische Einsatzbereitschaft der Bootstorpedos zu garantieren.
Werftliegezeit: Der Torpedowaffenleiter koordinierte die Überholung der Torpedorohre und der Ladeeinrichtungen während der Instandsetzungsphasen im Stützpunkt.
Qualitätssicherung: Überwachung der korrekten Torpedoregelung in den Stützpunkt-Werkstätten, um Versagerquoten (Tiefenstreuung/Frühzünder) an der Front zu minimieren.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 Marinelehrgänge und Schulen: Akten über die technischen Lehrpläne und die Bestallung von Torpedowaffenleitern.
BArch RM 21 Torpedowaffenamt und Inspektion des Torpedowesens: Berichte über waffentechnische Fachlehrgänge und Prüfungsvorschriften.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge von Waffenoffizieren mit der Fachqualifikation „Torpedowaffenleiter“.
Literaturverweise
Rössler, Eberhard „Die Torpedos der deutschen U-Boote: Entwicklung, Herstellung und Eigenschaften der deutschen Marine-Waffe“.
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Ausbildung: Torpedowaffe).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der Waffenoffiziersstellen).
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