Aktionen

Seemännischer Unteroffizier

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Version vom 8. März 2026, 13:58 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „{| style="background-color:#FFFFE0;border-color:black;border-width:3px;border-style:double;width:100%;align:center" |- | || colspan="3" | {| class="wikitabl…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Dienstgrad Seemännischer Unteroffizier
Der seemännische Unteroffizier war der erste Vorgesetztenrang innerhalb der seemännischen Laufbahn (Laufbahn I) der Kriegsmarine. Er fungierte als Bindeglied zwischen den Mannschaften und dem Offizierkorps. Zu seinen Aufgaben gehörte die Führung von Teileinheiten (z. B. Gefechtsstationen, Decksarbeitstrupps), die Ausbildung von Rekruten in der Seemannschaft sowie die Wahrnehmung des Wachdienstes an Bord und an Land. Er trug die Verantwortung für die praktische Umsetzung militärischer Befehle im täglichen Bordbetrieb und war maßgeblich an der Aufrechterhaltung der Disziplin beteiligt.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Beförderung: Ernennung nach erfolgreichem Abschluss des Unteroffizierlehrgangs an einer Schiffsstammabteilung oder Unteroffizierschule.
Aufgabe: Führung von Decks- und Arbeitsgängen; Ausbildung an Handfeuerwaffen; Signal- und Ausguckdienst; Aufsicht über die Mannschaftsquartiere.
Kennzeichnung: Goldener Anker auf den Schulterklappen (bei der blauen Uniform) bzw. entsprechender Kragenbesatz (Tresse) ohne Portepee.
Ende 1945: Mit der Auflösung der Wehrmacht nach der Kapitulation im Mai 1945 erlosch die Dienstgradbezeichnung.
Spezifische Merkmale
Ausbildung: Erwerb vertiefter Kenntnisse in Takelage, Bootskunde, Navigation und Menschenführung während der Fachlehrgänge.
Vorgesetzter: Er besaß die Befehlsbefugnis gegenüber allen unterstellten Mannschaftsdienstgraden (Matrosen bis Stabsmatrosen).
Vielseitigkeit: Einsatzmöglichkeit auf allen Schiffsklassen der Kriegsmarine, von den Schlachtschiffen bis hin zu den kleinsten Sicherungsfahrzeugen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Brücke/Zentrale: Auf U-Booten führten seemännische Unteroffiziere die Ausguckwache auf der Brücke oder bedienten die Tiefen- und Seitenruder in der Zentrale.
Waffenwartung: Verantwortung für die Einsatzbereitschaft der Flak- und Deckswaffen sowie die Pflege der seemännischen Ausrüstung (z. B. Schlauchboote).
Kadernachwuchs: Erfahrene Unteroffiziere bildeten das Reservoir für die Beförderung zum Maat und später zum bootsmännischen Portepee-Unteroffizier.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Bestimmungen über die Dienstgrade, Laufbahnen und Uniformen (M.Dv. 260).
BArch RM 121 Marinelehrgänge und Schulen: Akten über die Ausbildungsgänge an den Unteroffizierschulen der Marine.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit Beförderungen zum Unteroffizier der seemännischen Laufbahn.
Literaturverweise
Schlicht / Angolia „Die Kriegsmarine - Uniformen und Ausrüstung 1933–1945“ (Details zu Dienstgradabzeichen und Laufbahnen).
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Personalwesen und Unteroffizierkorps).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der Unteroffiziersdienstgrade).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132