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| Dienststelle
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Marinestützpunktleiter Kobe (Japan)
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| Die Dienststelle des Marinestützpunktleiters Kobe wurde im Zuge der Ausweitung des U-Boot-Krieges auf den ostasiatischen Raum (Gruppe Monsun) eingerichtet. Sie unterstand truppendienstlich dem Marineattaché an der Deutschen Botschaft in Tokio. Kobe diente als einer der wichtigsten japanischen Häfen für die Instandsetzung und Versorgung deutscher U-Boote sowie der verbliebenen Überwassereinheiten (z. B. Hilfskreuzer). Der Stützpunktleiter koordinierte die Zusammenarbeit mit den japanischen Werften (Mitsubishi, Kawasaki) und dem japanischen Marine-Distrikthauptquartier Osaka/Kobe zur materiellen Erhaltung der deutschen Einheiten.
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| Entstehung, Funktion und Aufgaben
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| Aufstellung: |
Etablierung ab 1942/43 mit dem Eintreffen der ersten deutschen Blockadebrecher und Fern-U-Boote in Japan.
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| Aufgabe: |
Werftbetreuung; Versorgung mit Treibstoff und Proviant; Personalbetreuung (Urlaubs- und Erholungsheime); technische Materialbeschaffung.
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| Standort: |
Kobe (Honshu, Japan). Nutzung der dortigen Hafenanlagen und Werftkapazitäten für Generalüberholungen.
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| Ende 1945: |
Nach der Kapitulation Japans im September 1945 durch US-amerikanische Truppen besetzt; Internierung des deutschen Personals.
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| Spezifische Merkmale
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| Werftarbeit: |
Herausforderung durch unterschiedliche technische Standards und Sprachbarrieren bei der Reparatur deutscher Bootstypen auf japanischen Werften.
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| Logistik: |
Verwaltung der aus Deutschland per U-Boot eingetroffenen Spezialgüter (Quecksilber, optisches Glas) zur Weitergabe an die japanischen Verbündeten.
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| Diplomatie: |
Der Stützpunktleiter agierte oft als militärpolitisches Bindeglied zwischen den deutschen Kommandanten und der kaiserlich japanischen Marineverwaltung.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Monsun-Boote: |
Kobe war der einzige Stützpunkt in Fernost, der über ausreichende Kapazitäten für komplexe Hauptüberholungen der Boote vom Typ IX D2 verfügte.
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| Personal: |
Organisation von Quartieren für U-Boot-Besatzungen, deren Boote aufgrund technischer Mängel oder Treibstoffmangels dauerhaft in Japan verbleiben mussten.
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| Ausrüstung: |
Sicherstellung der Bewaffnung (Torpedos und Flak-Munition) für die Rückmärsche der U-Boote durch den Indischen und Atlantischen Ozean.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 7 |
Seekriegsleitung: Akten über die Stützpunktorganisation in Ostasien und Berichte des Marineattachés Tokio.
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| BArch RM 12 |
Marineattachés: Schriftverkehr des Stützpunktleiters Kobe mit der deutschen Botschaft und dem OKM.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Nachweise über die Dienstzeit von Seeoffizieren als Stützpunktleiter (z. B. Korvettenkapitän d. R. Hermann Kandeler).
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| Literaturverweise
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| Rössler, Eberhard |
„Die deutsche U-Boot-Waffe“ (Details zum Einsatz der Monsun-Boote in Fernost).
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| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Die Stützpunkte in Ostasien).
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| Mallmann Showell, J. |
„U-Boote gegen England“ (Informationen zur Versorgungslage in japanischen Häfen).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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