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Seenotflugkommando

Aus U-Boot-Archiv Wiki

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Verband Seenotflugkommando
Die Seenotflugkommandos waren spezialisierte Einheiten der Luftwaffe zur Rettung von in Seenot geratenem fliegendem und schwimmendem Personal. Das Kommando in Norderney sicherte primär die Deutsche Bucht, während das Kommando in Brest (ab 1940) den Schutz im Bereich der strategisch wichtigen Biskaya übernahm. Ausgerüstet mit He 59, He 114 und später Do 24, arbeiteten sie eng mit den Seenotbereichskommandos der Marine zusammen. In Brest war die Einheit unter permanentem Feinddruck für die Bergung von U-Boot-Besatzungen und abgeschossenen Fliegern nach Gefechten vor der französischen Küste verantwortlich.
Standorte, Gliederung und Aufgaben
Norderney: Gegründet 1935; einer der ältesten Seenotstützpunkte; zuständig für die Nordsee und die Ausbildung von Rettungspersonal.
Brest: Aufgestellt nach dem Westfeldzug 1940; unterstellt dem Seenotdienstführer West; Einsatz im Umfeld der U-Boot-Stützpunkte.
Aufgabe: Suche und Bergung von Schiffbrüchigen; Sanitätstransporte über See; Koordination mit Seenotkreuzern und Rettungsbooten.
Ende 1945: Auflösung der verbliebenen Stützpunkte im Mai 1945; Übernahme des Materials (insb. Do 24) teils durch alliierte Rettungsdienste.
Spezifische Merkmale
Kennzeichnung: Die Maschinen trugen oft weiße Anstriche mit Rotem Kreuz (bis zur Aufhebung des Schutzes durch die Alliierten 1940).
Biskaya-Dienst: In Brest mussten die Rettungsflüge aufgrund massiver Luftangriffe der RAF zunehmend unter Jagdschutz durchgeführt werden.
Technik: Einsatz der Do 24, die sich durch ihre Hochseefähigkeit und hohe Aufnahmekapazität für Verwundete als Standardgerät bewährte.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Rettung: Bergung von Überlebenden versenkter U-Boote in Küstennähe (z. B. nach Minentreffern oder Fliegerangriffen in der Biskaya).
Kooperation: Funktechnische Einweisung von U-Booten auf Rettungsflöße oder Schlauchboote havarierter eigener Einheiten.
Psychologie: Die Präsenz der Seenotflieger in Stützpunkten wie Brest war ein wesentlicher Faktor für die Moral der auslaufenden U-Boot-Besatzungen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RL 8 Luftwaffe / Seenotdienst: Akten über die Organisation, Einsatzberichte und Verluste der Seenotflugkommandos.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Zusammenarbeit zwischen Marine-Seenotleitstellen und den Flugkommandos.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge von Beobachtern und Sanitätspersonal im Seenotdienst.
Literaturverweise
Born, Günther „Der Seenotdienst der deutschen Luftwaffe 1939–1945“ (Standardwerk zur Organisation).
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Der Seenotdienst).
Dierich, Wolfgang „Die Verbände der Luftwaffe 1935–1945“ (Gliederung der Seenotgruppen).
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