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Marinestützpunkt Vlissingen

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Dienststelle Marinestützpunkt Vlissingen
Der Marinestützpunkt Vlissingen (Niederlande) war eine strategische Schlüsselposition an der Scheldemündung. Nach der Besetzung 1940 wurde der Hafen als Basis für Sicherungsstreitkräfte und Landungsverbände ausgebaut. Er unterstand dem Seekommandanten Südholland (später Seekommandant Mittelholland). Vlissingen diente als Hauptstützpunkt für die Überwachung der Westerschelde und war zentraler Ausgangspunkt für Minenräumunternehmungen und Vorpostendienste im Vorfeld von Antwerpen. Aufgrund seiner exponierten Lage war der Stützpunkt ständigem alliierten Luftdruck und später schwerem Artilleriefeuer ausgesetzt.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Mai 1940 nach der Kapitulation der Niederlande; Nutzung der niederländischen Marine- und Werftinfrastruktur.
Aufgabe: Sicherung der Scheldemündung; Seeraumüberwachung; Stützpunkt für Minensuch- und Vorpostenflottillen; Küstenverteidigung.
Einheiten: Beheimatung der 21. Vorpostenflottille, Teilen der 4. Sicherungsdivision sowie verschiedener Hafenschutzgruppen.
Ende 1944: Schwere Kämpfe während der Schlacht an der Scheldemündung; Aufgabe des Stützpunktes im November 1944 nach alliierter Landung (Operation Infatuate).
Spezifische Merkmale
Seelöwe: 1940 wichtiger Sammelpunkt für Invasionsprahm-Abteilungen zur geplanten Landung in England.
Festung: Ausbau zum „Verteidigungsbereich Vlissingen“ innerhalb des Atlantikwalls mit massiven Bunkeranlagen für Marine-Artillerie und Flak.
Werften: Nutzung der Werft „De Schelde“ für Reparaturen an Sicherungsfahrzeugen und kleineren Marineeinheiten.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Nothafen: Vlissingen diente als Anlaufpunkt für U-Boote bei Durchbrüchen durch den Ärmelkanal oder bei technischen Havarien im Küstenvorfeld.
K-Verbände: 1944 wichtiger Einsatzhafen für Kleinkampfmittel (Biber, Seehund), um alliierte Transporte nach Antwerpen anzugreifen.
Wegesicherung: Die hier stationierten Einheiten sicherten die flachen Gewässer vor der niederländischen Küste gegen alliierte U-Jagd-Verbände.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 45-IV Seekommandant Südholland / Mittelholland: Akten über die Hafenverteidigung und Sicherungsdienste in Vlissingen.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die strategische Lage an der Scheldemündung und die Räumung 1944.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit Dienstzeiten beim Hafenkommandanten oder in den Flottillen Vlissingen.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Die Landorganisation in den Niederlanden).
Koop / Schmolke „Die deutschen Marinestützpunkte: Niederlande, Belgien und Nordfrankreich“.
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Systematik der Hafenkommandanturen).
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