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Reservelazarett Bielefeld

Aus U-Boot-Archiv Wiki

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Sanitätseinrichtung Reservelazarett Bielefeld
Das Reservelazarett Bielefeld war eine großflächige militärische Sanitätseinrichtung im Wehrkreis VI (Münster). Es bestand nicht aus einem Einzelobjekt, sondern aus zahlreichen Teillazaretten, die in Schulen (z.B. Cecilienschule), öffentlichen Gebäuden (Stadthalle) und den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel untergebracht waren. Die Einrichtung diente der stationären Behandlung, Operation und Rehabilitation von verwundeten und erkrankten Soldaten aller Teilstreitkräfte. Besonders durch die Kooperation mit Bethel verfügte der Standort über eine hohe Expertise in der Neurologie und Chirurgie für Schwerstverletzte der Frontverbände.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: Mobilmachung 1939; Requirierung ziviler Gebäude im gesamten Stadtgebiet Bielefeld.
Aufgabe: Chirurgische und internistische Versorgung; Wiederherstellung der Dienstfähigkeit; Langzeitrehabilitation; Prothesenanpassung.
Struktur: Gliederung in Teillazarette I bis VII; Fachstationen für Hirn- und Kieferverletzungen sowie Infektionskrankheiten.
Ende 1945: April 1945 Übernahme durch US-Truppen, später britische Besatzungszone; schrittweise Auflösung bis Ende 1945.
Spezifische Merkmale
Bethel: Einzigartige Integration kirchlicher Heil- und Pflegeanstalten in das System der Wehrmachtslazarette zur Nutzung spezialisierter Fachärzte.
Luftkrieg: Trotz Rot-Kreuz-Kennzeichnung kam es bei den schweren Luftangriffen auf Bielefeld 1944/45 zu Schäden und Opfern in den Lazarettbereichen.
Kapazität: Mit mehreren tausend Betten einer der größten Lazarettstützpunkte im rückwärtigen Heeresgebiet des Westens.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Genesung: U-Boot-Fahrer aus Westfalen und Lippe wurden zur Heimatgenesung nach Bielefeld überwiesen, um Kontakt zu Angehörigen zu ermöglichen.
Spezialbehandlung: Behandlung von Besatzungsmitgliedern mit schweren Brandverletzungen oder neurologischen Traumata nach Wasserbombenangriffen.
Verwaltung: Die ärztlichen Zeugnisse aus Bielefeld waren maßgeblich für die Entscheidung über die weitere Fronttauglichkeit (U-Boot-Tüchtigkeit).
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RH 40 Sanitätsdienst des Heeres: Akten über die Organisation und Belegungspläne der Reservelazarette im Wehrkreis VI.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit Einträgen über die stationäre Behandlung im „Res.Laz. Bielefeld“.
Stadtarchiv Bielefeld Bestand 101, Nr. 452: Unterlagen zur Inanspruchnahme städtischer Gebäude durch die Wehrmachts-Sanitätsbehörden.
Literaturverweise
Fischer, Hubert „Der deutsche Sanitätsdienst 1921–1945“ (Organisation der Reservelazarette im Reich).
Vogelsang, Reinhard „Bielefeld im Zweiten Weltkrieg“ (Details zur militärischen Infrastruktur der Stadt).
Benad, Matthias „Bethel im Nationalsozialismus“ (Untersuchung der Rolle der Anstalten als Lazarettstandort).
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