Seebefehlsstelle Calais
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| Dienststelle
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Seebefehlsstelle Calais
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| Die Seebefehlsstelle Calais wurde nach der Besetzung der französischen Kanalküste im Sommer 1940 eingerichtet. Sie unterstand dem Seekommandanten Pas-de-Calais (später Admiral Kanalküste). Als operative Leitstelle war sie für die Koordinierung des Schiffsverkehrs in der strategisch engen Straße von Dover verantwortlich. Die Seebefehlsstelle überwachte die Ein- und Auslauffahrten von Vorpostenbooten und Räumflottillen, koordinierte den Einsatz der Hafenschutzboote und stellte die Verbindung zur Küstenartillerie sicher. Aufgrund der extremen Nähe zur englischen Küste lag die Dienststelle unter ständigem Feuer britischer Fernkampfgeschütze und war primäres Ziel alliierter Luftangriffe.
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| Entstehung, Funktion und Aufgaben
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| Aufstellung: |
Juni 1940 nach der Einnahme von Calais; Nutzung der dortigen Hafenkommandantur-Strukturen.
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| Aufgabe: |
Operative Führung der Sicherungskräfte; Geleitzugkontrolle im Ärmelkanal; Überwachung der Hafensperren; Lotsenwesen.
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| Unterstellung: |
Seekommandant Pas-de-Calais; Admiral der Seebefehlsstellen (ab 1943).
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| Ende 1944: |
September 1944; Kapitulation der „Festung Calais“ nach schwerer Belagerung durch kanadische Truppen.
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| Spezifische Merkmale
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| Gefahrenlage: |
Calais war die am stärksten gefährdete Seebefehlsstelle im Westen („Kanal-Hölle“); Betrieb oft aus verbunkerten Gefechtsständen.
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| Kanaldurchbruch: |
Beteiligung an der Sicherung großer Flottenoperationen (z. B. Unternehmen Cerberus 1942) durch lokale Nebel- und Flaksicherung.
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| Personal: |
Besetzung durch erfahrene Seeoffiziere und Hafenkapitäne, spezialisiert auf den Dienst unter schwerstem Dauerbeschuss.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Transit-Sicherung: |
Die Seebefehlsstelle überwachte die minenfreien Gassen für U-Boote, die den riskanten Weg durch den Ärmelkanal wählten.
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| Notliegeplatz: |
Calais diente als Nothafen für beschädigte U-Boote oder Kleinkampfmittel (K-Verbände) bei technischen Ausfällen im Kanal.
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| Signalwesen: |
Betrieb von optischen und funktechnischen Signalstellen zur Führung der U-Boote durch die englischen Fernkabel-Sperren.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 45-III |
Seekommandant Pas-de-Calais: Akten über die Hafenverteidigung und die Befehle der Seebefehlsstelle Calais.
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| BArch RM 7 |
Seekriegsleitung: Berichte über die Lage im Ärmelkanal und die Verluste der Sicherungskräfte vor Calais.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Werdegänge mit Dienstzeitnachweisen in der „Seebefehlsstelle Calais“ (1940–1944).
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Die Landorganisation West).
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| Wegner, Günter |
„Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Systematik der Seebefehlsstellen).
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| Koop / Schmolke |
„Die deutschen Marinestützpunkte: Frankreich (Kanal/Atlantik)“.
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