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Hulk

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Version vom 14. März 2026, 11:14 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge)
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Schiffstyp Hulk
Als Hulk wird ein außer Dienst gestelltes Schiff bezeichnet, das über keinen funktionsfähigen Antrieb mehr verfügt und stationär im Hafen oder auf Reede liegt. Die Bezeichnung leitet sich vom mittelalterlichen Schiffstyp Holk ab. In der Kriegsmarine wurden Hulken für vielfältige logistische Zwecke eingesetzt, insbesondere als Wohnschiffe für Besatzungen, als schwimmende Lagerräume, Gefängnisse oder als Kohlebunker. Sie stellten eine unverzichtbare Erweiterung der Hafenkapazitäten dar, da sie flexibel als schwimmende Unterkünfte oder Depots an strategisch wichtigen Stützpunkten positioniert werden konnten.
Verwendung und Funktionen
Wohnschiff: Unterbringung von U-Boot-Besatzungen während der Werftliegezeiten.
Lagerschiff: Bevorratung von Ersatzteilen, Verpflegung oder Treibstoff (Kohlehulk).
Schulung: Nutzung als stationäre Ausbildungsobjekte für technische Laufbahnen.
Status: Ausgemusterte Kriegsschiffe oder requirierte Handelsschiffe ohne Eigenantrieb.
Spezifische Merkmale
Mobilität: Ortsveränderung nur durch Schlepperhilfe möglich.
Infrastruktur: Oft Rückbau der Masten, Schornsteine und Bewaffnung zur Raumgewinnung.
Bezeichnung: Beibehaltung des alten Namens oder Vergabe von Nummern (z.B. Beischiff 1).
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Stützpunkte: Einsatz in den Atlantikbasen (Lorient, St. Nazaire) zur Entlastung der Landquartiere.
Ausbildung: Stationäre Nutzung alter Boote (z.B. Typ II) als Tauch- oder Trimm-Hulken.
Regeneration: Bereitstellung von Ruhequartieren für Frontbesatzungen in Frontnähe.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Zuweisung von Wohn- und Lagerschiffen.
BArch RM 121 Marinelehrgänge: Nutzung von Hulken für die praktische Ausbildung.
BArch PERS 6 Personalakten: Kommandierungen auf Wohnschiffe und Hulken.
Literaturverweise
Gröner, Erich „Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945“ (Band 8: Hilfsschiffe und Hulken).
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II: Landorganisation und Stützpunkte).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Verwaltungsdienststellen).
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