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Widder (Hilfskreuzer)

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Die WIDDER war ein Hilfskreuzer der deutschen Kriegsmarine. Ursprünglich als Frachtschiff Neumark für die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft gebaut.
Das Frachtschiff wurde 1939 bei den Howaldtswerken in Kiel gebaut. Der Stapellauf erfolgte 21.12.1929 und die Indienststellung am 21.12.1929 in Dienst gestellt. Am 30.11.1939 für die Kriegsmarine in Dienst gestellt.
Das Schiff hatte eine Verdrängung von 7.851 BRT. Es war 152,00 m lang, 18,20 m breit und hatte einen Tiefgang von 8,30 m. 1 Satz Blohm & .Voss Getriebe-Turbine und 2 Einender und 2 Doppelender Zylinderkessel erzeugten eine Leistung von 6.200 PS. Diese konnten das Schiff auf bis zu 14 kn (25,92 km/h) beschleunigen. Die Besatzungsstärke betrug 317 - 364 Mann.
Bewaffnet war die Widder mit: 6 × 15 cm L/45 Kanonen (1.800 Schuss), 1 × 7,5 cm L/35 Kanone, 4 × 3,7 cm L/50 Flak (4.000 Schuss), 4 × 2,0 cm L/65 Flak (8.000 Schuss), 4 × 53,3 cm Torpedorohre (Zwillingsrohre, an Deck).
Einsatzgeschichte
Der Hilfskreuzer Widder entstand durch Umbau des Hapag-Frachters Neumark. Die 1929 bei den Kieler Howaldtswerken von Stapel gelaufene Neumark wurde vor allem im Fernost- und im Australiendienst der Reederei eingesetzt.
Das Schiff wurde von der Kriegsmarine requiriert am 09.12.39 als Hilfskreuzer (Schiff 21, HSK 3) der Kriegsmarine in Dienst gestellt.
Der Hilfskreuzer unter dem Kommando von Korvettenkapitän Hellmuth von Ruckteschell verließ Bergen am 12.05.1940 und hatte am nächsten Tag ein kurzes Gefecht mit dem britischen Unterseeboot Clyde, das dem Hilfskreuzer entkam. Dieser lief danach die Insel Raudöy an, wo er am 16.05.1940 durch das Trossschiff Nordmark beölt und mit zusätzlichem Proviant versorgt wurde, um dann ins Nordmeer und am 20.05.1940 durch die Dänemarkstraße in den Nordatlantik zu marschieren. Im westlichen Mittelatlantik brachte die Widder zwischen dem 13.06. und dem 09.09.1940 insgesamt zehn Schiffe mit insgesamt 58.644 BRT auf, von denen neun versenkt und ein Schiff, der norwegische Tanker Krossfonn (9.323 BRT), als Prise genommen wurde.
Während ihrer 180-tägigen Reise traf die Widder dreimal mit deutschen Schiffen zusammen. Am 05.06.1940 traf sie auf das aus Belem kommende Motorschiff Königsberg des Norddeutschen Lloyd, das den Durchbruch in den deutschen Machtbereich versuchte. Die Königsberg brachte Nahrungsmittel und erhielt Treibstoff. Am 29.07.1940 traf sie mit dem aus Teneriffa entsandten Tanker Rekum zusammen und erhielt Treibstoff. Am 16.09.1940 erfolgte dann ein noch ein Treffen mit der ebenfalls aus Teneriffa kommenden Eurofeld, die Treibstoff und Vorräte brachte.
Beim Versuch, nach einer Reparatur die Geschwindigkeit auf elf Knoten zu erhöhen, traten erneut Schäden am Turbinenlager auf, deren Reparatur weitere fünf Tage erforderte. Deshalb musste die Widder nach nur sechs Monaten im Einsatz zum Stützpunkt zurückkehren, was sie am 07.10.1940 in einem Funkspruch an die Seekriegsleitung ankündigte. Der Kommandant wählte die kürzere, aber gefährlichere Strecke nach Frankreich, musste unterwegs einigen gegnerischen und neutralen Handelsschiffen ausweichen und traf am 31.10.1940 in Brest ein.
Die Widder wurde aufgrund der Antriebsprobleme zum stationären Werkstattschiff Neumark umgebaut und nach Norwegen verlegt. Dort war sie 1943/1944 u. a. an Reparaturen des Schlachtschiffs Tirpitz maßgeblich beteiligt.
Der Kommandant der Widder wurde als einziger Kommandant eines deutschen Handelsstörkreuzers wegen Verstößen gegen das internationale Seekriegsrecht vor ein britisches Militärgericht gestellt. Ruckteschell, der 1942 noch den Hilfskreuzer Michel befehligte, wurde in drei Anklagepunkten für schuldig befunden und im Mai 1947 zu 10 Jahren Haft verurteilt. Er starb während der Haft in Hamburg-Fuhlsbüttel 1948.
1946 wurde die Neumark als Kriegsbeute unter dem Namen Ulysses der britischen Reederei Ionian Maritime Co. zugeteilt. Unter britischer Flagge vermehrten sich die Probleme mit dem Antrieb, dazu kollidierte das Schiff 1950 in indischen Gewässern mit einem anderen Frachter und musste zur Reparatur nach Singapur. 1951 kam die frühere Widder nach Deutschland zurück, erhielt bei der Unterweser Reederei den neuen Namen Fechenheim und wurde 1954/55 mit einem 3.600 PS leistenden 8-Zylinder-Fiat-Dieselmotor zum Motorschiff umgebaut.
Für kurze Zeit transportierte sie Eisenerz von Narvik nach Emden. Am 03.10.1955 strandete sie im Maalöysund bei Bergen und brach am 09.10.1955 an der Unfallstelle auseinander.
1956 wurde das Schiff von der Eisen- und Metall-KG aus Hamburg vor Ort abgewrackt.
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