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3. Torpedobootshalbflottille

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Verband 3. Torpedobootshalbflottille
Die 3. Torpedobootshalbflottille war ein taktischer Verband der Reichsmarine und der frühen Kriegsmarine innerhalb der II. Torpedobootsflottille. Sie diente primär der Ausbildung im taktischen Torpedoeinsatz, dem Verbandsdienst sowie der Erprobung neuer operativer Verfahren. Im Zuge der massiven Expansion der Marine wurde der Verband am 01.10.1935 personell und materiell erweitert und bildete den Grundstock für die neu aufgestellte 3. Torpedobootsflottille in Wilhelmshaven.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Etablierter Unterverband der II. Torpedobootsflottille; stationiert vornehmlich in Wilhelmshaven und unterstellt der Inspektion des Torpedowesens.
Aufgabe: Durchführung von Ausbildungsfahrten, Teilnahme an Flottenmanövern und Sicherstellung der personellen Qualifikation im Torpedowaffendienst für die wachsende Flotte.
Bootstypen: Ausrüstung vornehmlich mit Torpedobooten der Raubvogel- und Raubtier-Klasse (Typ 1923/24), die als moderne Ausbildungsträger fungierten.
Ende 1935: Am 01.10.1935 wurde die Halbflottille aufgelöst bzw. im Rahmen der Umgliederung zur Vollflottille in die 3. Torpedobootsflottille überführt.
Spezifische Merkmale
Kaderfunktion: Der Verband diente als wichtige Schule für das Offizierkorps, das später Schlüsselpositionen in den Zerstörer- und U-Boot-Verbänden übernahm.
Manöverwesen: Regelmäßige Teilnahme an den großen Herbstmanövern der Flotte zur Erprobung des Zusammenwirkens mit schweren Überwasserstreitkräften.
Taktik-Entwicklung: Die im Torpedobootsdienst gewonnenen Erkenntnisse über Angriffswinkel und Schussdatenberechnung flossen direkt in die frühe U-Boot-Ausbildung ein.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Personalschmiede: Zahlreiche spätere U-Boot-Kommandanten absolvierten ihre seemännische Grundausbildung und taktische Schulung als Wachoffiziere in dieser Halbflottille.
Ausbildungsschutz: Durchführung gemeinsamer Übungen mit den ersten U-Boot-Verbänden zur Simulation von Angriffs- und Abwehrverfahren in der Nordsee.
Torpedotechnik: Erprobung von Zündersystemen und Torpedolaufbahnen, deren Ergebnisse maßgeblich für die Bewaffnung der ersten U-Boot-Generation ab 1935 waren.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 71 Torpedobootsflottillen: Akten über die Gliederung der Reichsmarine-Verbände und die Aufstellung der 3. Halbflottille.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über Flottenmanöver und die taktische Bewertung der Torpedobootsverbände vor 1935.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Seeoffiziere, die ihren Dienst in der 3. Torpedobootshalbflottille begannen.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band I, Kapitel Torpedoboote: Historische Entwicklung).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Chronologie der Flottillen- und Halbflottillenchefs).
Whitley, M. J. „Zerstörer und Torpedoboote im Zweiten Weltkrieg“ (Hintergründe zur Flottenorganisation der 1930er Jahre).
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