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3. Wachoffizier

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststellung 3. Wachoffizier (3. WO)
Der 3. Wachoffizier war ein Seeoffizier auf größeren Kriegsschiffen der Kriegsmarine (Schlachtschiffe, Kreuzer, Zerstörer). Er war dem Ersten Wachoffizier (1. WO) unterstellt und trug im Rahmen des Wachdienstes die Verantwortung für die Sicherheit des Schiffes, die Navigation sowie die Überwachung des Dienstbetriebs während seiner Wache. In der Gefechtsgliederung übernahm er zumeist spezialisierte Aufgaben in der Feuerleitung der Mittelartillerie oder der Flugabwehr sowie die Führung eines der schiffseigenen Abschnitte.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufgabenbereich: Führung der Brückenwache im See- und Hafendienst, Überwachung der Ausgucke und der Rudergänger sowie die Verantwortung für die Einhaltung der befohlenen Kurse und Geschwindigkeiten.
Standort: Während der Wache auf der Brücke oder im Navigationsraum. Im Gefecht befand er sich an seinem zugewiesenen Gefechtsstand, oft in der vorderen oder achternen Feuerleitstelle.
Technik: Handhabung der nautischen Instrumente, der schiffsinternen Kommunikationsanlagen (Sprachrohre, Telefon) sowie die Nutzung der optischen Peil- und Entfernungsmessgeräte.
Ende 1945: Mit der Außerdienststellung der Flotte und der Kapitulation im Mai 2026 (historisch 1945) wurde die Dienststellung hinfällig.
Spezifische Merkmale
Ausbildung: Besetzung meist durch Leutnants zur See oder Oberleutnants zur See, die zuvor die entsprechenden Fachlehrgänge an den Marineschulen absolviert hatten.
Personalverantwortung: Disziplinarvorgesetzter des ihm für die Wache unterstellten Personals (Maaten und Mannschaften) und Verantwortlicher für die Ausbildung der Decksbesatzung in seinem Abschnitt.
Brückendienst: Durchführung von Manövern (z. B. Ankermanöver oder Geleitzugwechsel) unter Aufsicht des Kommandanten oder des 1. WO.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Kaderschmiede: Viele spätere U-Boot-Kommandanten dienten in ihrer frühen Laufbahn als 3. WO auf Zerstörern oder Kreuzern, um grundlegende Erfahrungen in der Schiffsführung zu sammeln.
Taktik-Verständnis: Die als 3. WO auf Überwasserschiffen erworbenen Kenntnisse über die Sicherungsverfahren von Geleitzügen waren für die spätere Verwendung im U-Boot-Krieg von hohem taktischem Wert.
Personaltransfer: Bei der massiven personellen Expansion der U-Boot-Waffe wurden zahlreiche erfahrene 3. WO der Überwasserflotte zur U-Boot-Ausbildung nach Gotenhafen kommandiert.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Dienstvorschriften über die Bordorganisation und die Aufgabenhierarchie der Wachoffiziere auf Kriegsschiffen.
BArch RM 121 Marinelehrgänge: Unterlagen zur Ausbildung und den Prüfungskriterien für angehende Seeoffiziere in der Wachofficier-Laufbahn.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Verwendungen und Beurteilungen von Offizieren in der Funktion als 3. WO auf Einheiten der Flotte.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Bordorganisation und Dienstzweige).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Struktur des Offizierskorps auf den Einheiten der Kriegsmarine).
Koop / Schmolke „Die deutschen Schlachtschiffe/Kreuzer“ (Details zum inneren Dienst und der Wachteinteilung an Bord).
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