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Flaklehrgang für Schiffe

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Ausbildung Flaklehrgang für Schiffe
Der Flaklehrgang für Schiffe war eine spezialisierte waffentechnische Ausbildung für das Bedienpersonal der Flugabwehrartillerie auf schwimmenden Einheiten. Er diente der intensiven Schulung an den bordeigenen Flak-Waffen (2-cm bis 12,8-cm) sowie der Einweisung in die Zielansprache und Feuerleitung unter See-Bedingungen. Die Teilnehmer wurden in der schnellen Behebung von Waffenstörungen, der Handhabung verschiedener Munitionsarten und dem Zusammenwirken im Geschützbedienungstrupp unterrichtet, um die zunehmende Bedrohung durch alliierte Luftstreitkräfte effektiv abzuwehren.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufgaben: Praktische Schießausbildung auf bewegliche Ziele; Wartung und Pflege der Flak-Geschütze; Ausbildung an Entfernungsmessgeräten; Munitionskunde.
Standort: Durchführung an den Marineflakschulen (M.A.S.) in Swinemünde, Misdroy oder Wilhelmshaven sowie auf speziellen Flakschulschiffen.
Qualifikation: Teilnahme von Maaten und Mannschaften der Artillerielaufbahn sowie von Personal der allgemeinen seemännischen Laufbahn für den Flak-Nebendienst.
Ende 1945: Mit der Einstellung der Ausbildungsgänge und der Entwaffnung der Flotte nach der Kapitulation im Mai 1945 beendet.
Spezifische Merkmale
Methodik: Realitätsnahe Schießübungen auf Schleppsäcke (Luftziele) und schwimmende Ziele zur Simulation von Tiefflieger- und Torpedobomberangriffen.
Technik: Fokus auf der Handhabung der 2-cm-Flak 30/38 und der 3,7-cm-Flak, die das Rückgrat der Nahbereichsverteidigung auf fast allen Schiffsklassen bildeten.
Gefechtsrolle: Absolventen bildeten das Stammpersonal der Flak-Batterien und waren für die ständige Gefechtsbereitschaft der Waffenanlagen verantwortlich.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Luftabwehr: Die Ausbildung war grundlegend für die Flak-Besatzungen der U-Boote, um in der Biskaya und im Nordmeer Angriffe durch alliierte Flugzeuge abzuwehren.
U-Flak: Speziell für die „Flak-Fallen“ (Typ VII C) wurde das Personal in diesen Lehrgängen auf die Bedienung der verstärkten 2-cm-Vierlings-Flak geschult.
Brückendienst: Vermittlung der notwendigen Kenntnisse für die Wachgänger, um im Alarmfall die Flak-Waffen auf dem Wintergarten sofort gefechtsbereit zu machen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 Marinelehrgänge und Schulen: Akten über die Lehrpläne, Schießkladden und Prüfungsergebnisse der Flak-Lehrgänge.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Wirksamkeit der Schiffsflak und Richtlinien für die Flak-Ausbildung (M.Dv. 400).
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit Nachweisen über die Teilnahme an Flak-Fachlehrgängen für Bordpersonal.
Literaturverweise
Breyer, Siegfried „Die Flugabwehrwaffen der deutschen Kriegsmarine: Leichte und mittlere Flak“.
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Ausbildung: Marineartillerieschulen).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der Artillerieausbildungseinheiten).
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