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Kampfgeschwader 6

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Verband Kampfgeschwader 6 (KG 6)
Das Kampfgeschwader 6 war ein operativer Verband der Luftwaffe, der primär für Bombenangriffe und spezialisierte Einsätze über See sowie gegen strategische Landziele eingesetzt wurde. Es spielte eine wesentliche Rolle bei den Luftangriffen auf England (Unternehmen Steinbock) und bei der Bekämpfung der alliierten Invasionsflotte, wobei es modernste zweimotorige Kampfflugzeuge und neue Angriffstaktiken erprobte.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung: Aufstellung im Sommer 1942 (offiziell 01.09.1942), teils aus der Kampfgeschwader-Lehrabteilung hervorgehend.
Standorte: Stützpunkte im besetzten Frankreich (z. B. Dinard, Chartres, Melsbroek). Ausrüstung primär mit Junkers Ju 88 und später Junkers Ju 188.
Einsatzprofil: Nachtangriffe auf britische Hafenstädte, Industriezentren und Schiffsansammlungen vor den Invasionsabschnitten der Normandie (Juni 1944).
Ende: Herbst 1944 Rückzug aus Frankreich und versuchte Umrüstung auf Strahlflugzeuge (Me 262). Faktische Auflösung im Mai 1945; Integration von Restpersonal in das Jagdgeschwader 7.
Spezifische Merkmale & Taktik
Zielmarkierung: Spezialisierung auf den Einsatz von Leuchtbomben („Christbäume“) zur präzisen Markierung von See- und Küstenzielen bei Nachtangriffen.
Anti-Invasions-Taktik: Einsatz koordinierter Sturz- und Horizontalangriffe gegen die alliierte Landungsflotte unter massiver Berücksichtigung der Schiffsflak-Zonen.
Navigations-Präzision: Nutzung modernster Funk-Navigationsverfahren zur punktgenauen Zielfindung über dem Ärmelkanal und der südenglischen Küste.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Entlastung: Massive Angriffe auf britische Häfen (z. B. Plymouth/Portsmouth) banden alliierte Marinekräfte, was den Biskaya-Flottillen kurzzeitig operative Freiräume verschaffte.
Kanal-Sicherung: Aufklärungsdaten über Schiffsbewegungen im Ärmelkanal unterstützten die Seekriegsleitung bei der Planung von Überführungen von Booten vom Typ VII C durch die Straße von Dover.
U-Jagd-Abwehr: Gezielte Angriffe auf alliierte Zerstörerverbände zur Schwächung der U-Jagd-Sicherung, um Frontbooten den Durchbruch in das Invasionsgebiet zu erleichtern.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RL 10 Akten der Verbände der Luftwaffe (Kriegstagebücher, Verlustlisten und Einsatzberichte des KG 6).
BArch RL 2-III Unterlagen des Generalquartiermeisters der Luftwaffe (Materielle Ausstattung und Umrüstung des Geschwaders).
BArch RM 7 / 2333 Unterlagen der Seekriegsleitung (Koordination der Luftangriffe mit maritimen Operationen im Westraum).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Zusammenarbeit mit Kampfverbänden der Luftwaffe).
Dierich, Wolfgang "Die Verbände der Luftwaffe 1935–1945" (Systematische Übersicht der Geschwadergeschichte).
Tessin, Georg "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht" (Band 14, Luftwaffeneinheiten im Bereich West).
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