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Kampfgeschwader 77

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Verband Kampfgeschwader 77
Das Kampfgeschwader 77 (Geschwaderkennung 3Z) war ein operativer Fliegerverband der Luftwaffe, der an nahezu allen Hauptfronten des Zweiten Weltkriegs eingesetzt wurde. Ursprünglich aus dem KG 153 hervorgegangen, entwickelte sich das Geschwader von einem klassischen Horizontalbomber-Verband zu einer spezialisierten Einheit für die Schiffsbekämpfung. Besonders durch die Umrüstung auf Lufttorpedos im Jahr 1944 nahm das KG 77 eine Schlüsselrolle bei den Angriffen auf alliierte Geleitzüge im Mittelmeer ein.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Formiert am 01.05.1939 aus Teilen der Kampfgeschwader 153, 158 und 255. Gliederung in Stab, I., II. und III. Gruppe; im Oktober 1940 folgte die IV. (Ergänzungs-)Gruppe in Laon-Couvron.
Standort: Wechselnde Basen je nach Kriegsschauplatz: Prag, Düsseldorf, Nordfrankreich, Ostpreußen sowie Comiso und Gerbini auf Sizilien.
Technik: Erstausstattung mit Dornier Do 17; ab Februar 1941 vollständige Umrüstung auf Junkers Ju 88. Ab Juli 1943 erfolgte die spezialisierte Umschulung aller Gruppen auf den Einsatz mit Lufttorpedos.
Ende 1944: Am 20.07.1944 lösten sich Stab, II. und III. Gruppe offiziell auf. Die verbliebene I. Gruppe wurde zeitgleich in die I. Gruppe des Kampfgeschwaders 26 umbenannt und in deren Struktur integriert.
Spezifische Merkmale & Sicherung
Seekrieg Ostsee: Während der Evakuierung von Reval (Tallinn) im August 1941 versenkte das Geschwader im Zusammenwirken mit der KüFlGr 806 zahlreiche sowjetische Transporter und das Schulschiff Leningradsovet.
Geleitzugbekämpfung: Im April 1944 gelang der I. und III. Gruppe beim Angriff auf den Konvoi UGS 38 die Versenkung der USS Lansdale sowie des Munitionstransporters Paul Hamilton (580 Tote durch Explosion).
Torpedoeinsatz: Die Spezialisierung auf den Lufttorpedowurf im Mittelmeerraum stellte eine technisch anspruchsvolle taktische Komponente dar, die jedoch durch starke alliierte Jagdabwehr zu hohen Verlusten führte.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Operative Hilfe: Durch die Versenkung britischer Zerstörer (z.B. HMS Mashona im Mai 1941) und die Schwächung der alliierten Geleitsicherung leistete das KG 77 einen indirekten Beitrag zur Entlastung operierender U-Boote.
Luftaufklärung: Die Fernaufklärungs- und Bombeinsätze lieferten wertvolle Erkenntnisse über feindliche Schiffsbewegungen, die für die Zielführung von U-Boot-Gruppen genutzt werden konnten.
Transit-Schutz: Die Bekämpfung landgestützter alliierter Luftstreitkräfte in Nordafrika und im Mittelmeerraum sicherte zeitweise die Transitwege der im Südraum eingesetzten deutschen und italienischen Unterseeboote.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RL 10 Verbände und Einheiten der Fliegertruppe: Kriegstagebücher und Einsatzakten des Kampfgeschwaders 77 (Stab und Gruppen).
BArch RL 2-II Generalstab der Luftwaffe / Abteilung für Luftwaffenoperationen: Berichte über die Versenkungserfolge gegen alliierte Geleitzüge im Mittelmeer.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über fliegendes Personal, das im Rahmen der Torpedoumschulung und der Geleitzugbekämpfung eingesetzt wurde.
Literaturverweise
Dierich, Wolfgang "Die Verbände der Luftwaffe 1935–1945" (Gliederung und Einsatzgeschichte des KG 77).
de Zeng / Stanket "Bomber Units of the Luftwaffe 1933-1945" (Technische Details und Gruppenstandorte).
Rohwer / Hümmelchen "Chronik des Seekrieges 1939-1945" (Details zu den Luftangriffen auf die Konvois UGS 38 und UGS 40).
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