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| Verband
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Lehrkommando 350
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| Das Lehrkommando 350 war eine spezialisierte Ausbildungseinheit der Kleinkampfverbände (K-Verbände) der Kriegsmarine. Unter dem Codenamen „Dorfkoppel“ diente es der intensiven Schulung von Piloten für die Einmann-Torpedos der Typen „Neger“ und „Marder“. In Surendorf angesiedelt, bildete das Kommando das personelle Fundament für die operativen K-Flottillen, die zur Abwehr der alliierten Invasionsflotte und zur Küstensicherung eingesetzt wurden. Die Ausbildung war durch ein hohes Risiko und die Vermittlung spezieller Angriffstaktiken bei Nacht und in Küstennähe geprägt.
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| Entstehung, Funktion und Ende
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| Aufstellung: |
Im Juli 1944 in Surendorf bei Eckernförde unter dem Tarnnamen „Dorfkoppel“ aufgestellt. Es unterstand fachlich dem Kommando der Kleinkampfverbände.
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| Standort: |
Surendorf. Die dortigen Anlagen an der Eckernförder Bucht boten ideale Bedingungen für die Erprobung und Schulung mit den neuentwickelten Kleinst-U-Booten.
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| Technik: |
Ausrüstung mit den Einmann-Torpedos Typ „Neger“ (reiner Überwasser-Angriffsträger) und dessen Weiterentwicklung „Marder“ (tauchfähig).
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| Ende 1945: |
Mit der Einstellung der Kampfhandlungen und der Kapitulation im Mai 1945 wurde das Lehrkommando 350 aufgelöst.
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| Spezifische Merkmale
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| Ausbildungsinhalte: |
Schulung in der Navigation bei geringster Freibordhöhe, dem Zielanlauf und dem rechtzeitigen Lösen des scharfen Torpedos vor dem Rückmarsch.
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| Freiwilligkeit: |
Die Piloten der „Neger“- und „Marder“-Einheiten wurden fast ausschließlich aus Freiwilligen der gesamten Kriegsmarine rekrutiert, die für diese gefährlichen Einsätze eine Sonderausbildung erhielten.
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| Einsatztaktik: |
Vermittlung von Taktiken für den kombinierten Einsatz im Verband, um durch massierte Angriffe mit Kleinstkampfmitteln gegnerische Flottenblockaden zu durchbrechen.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Personal-Transfer: |
Teile des Stammpersonals und viele Freiwillige stammten aus der U-Boot-Waffe, da sie bereits über Erfahrung im Umgang mit Tauchgeräten und Torpedotechnik verfügten.
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| Taktische Ergänzung: |
Das Lehrkommando 350 entwickelte Verfahren, um die Lücke zwischen konventionellen U-Booten und der stationären Küstenverteidigung durch mobile Kleinst-U-Boote zu schließen.
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| Innovationszentrum: |
In enger Zusammenarbeit mit den Torpedo-Versuchsanstalten flossen Erkenntnisse aus der Ausbildung im Lehrkommando direkt in die technische Verbesserung der Kleinst-U-Boote ein.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 121 |
Marinelehrgänge: Akten über die Ausbildungsgänge bei den Kleinkampfverbänden und die Gliederung der Lehrkommandos.
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| BArch RM 7 |
Seekriegsleitung: Berichte über den Aufbau der K-Verbände und die operative Bedeutung der Ausbildungseinheit „Dorfkoppel“.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Nachweise über Versetzungen von U-Boot-Personal zu den K-Verbänden/Lehrkommando 350.
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| Literaturverweise
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| Blocksdorf, Helmut |
„Das Kommando der Kleinkampfverbände der Kriegsmarine“ (Details zur Ausbildung und den Standorten).
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| Rössler, Eberhard |
„Geschichte des deutschen U-Bootbaus“ (Kapitel über Kleinst-U-Boote und deren Erprobung).
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| Mattes, Lawrence |
„Die Neger- und Marder-Fahrer“ (Erlebnisberichte und organisatorischer Aufbau der Lehrgruppen).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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