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Marine-Hitlerjugend

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Organisation Marine-Hitlerjugend
Die Marine-HJ war eine Sonderformation der Hitlerjugend zur vormilitärischen Erziehung des seemännischen Nachwuchses. Sie diente als primäre Rekrutierungsbasis für das Seeoffizierkorps sowie für die Unteroffizier- und Mannschaftslaufbahnen der Kriegsmarine. Die Ausbildung umfasste Segeln, Kutterrudern, Signaldienst und Motorenkunde. Ab 1941 wurde die Zusammenarbeit durch die Einrichtung von Marine-Wehrertüchtigungslagern (MWEL) intensiviert. In der Endphase des Krieges wurden Einheiten der Marine-HJ verstärkt im Küstenschutz, als Flakhelfer in den Stützpunkten und vereinzelt in den Kleinkampfverbänden eingesetzt.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: Systematischer Ausbau ab 1933; enge Bindung an den Deutschen Segler-Verband und die Kriegsmarine.
Aufgabe: Vormilitärische Ausbildung; Seegewöhnung; Nachwuchssicherung für die Flotte; technischer Unterricht.
Unterstellung: Reichsjugendführung; fachliche Anleitung durch das Oberkommando der Marine (OKM).
Ende 1945: Mai 1945; Auflösung und Verbot durch das Kontrollratsgesetz Nr. 2 der Alliierten.
Spezifische Merkmale
Ausbildung: Nutzung von Segelschulschiffen und Motorbootstationen; Erwerb von Seesportabzeichen als Voraussetzung für Laufbahnen.
Standorte: Marine-Hof (Berlin); Seefahrtschulen an Nord- und Ostsee; Binnenseestationen (z.B. Steinhuder Meer).
Dienstgrad: Eigenes Ranggefüge (z.B. Rottenführer, Scharführer) mit maritim orientierten Abzeichen und Uniformen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Freiwillige: Ein Großteil der späteren U-Boot-Freiwilligen rekrutierte sich aus den Reihen der Marine-HJ.
Kleinkampfmittel: 1944/45 wurden Angehörige der Marine-HJ direkt für den Einsatz auf „Biber“- und „Molch“-Kleinst-U-Booten angeworben.
Fachwissen: Die in der Marine-HJ erlernten Kenntnisse in Navigation und Funktechnik verkürzten die Ausbildungszeiten an den U-Lehrdivisionen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch NS 28 Hitler-Jugend: Akten über die Organisation und Ausbildung der Marine-HJ-Banne.
BArch RM 121 Marinelehrgänge: Unterlagen zur Zusammenarbeit zwischen OKM und Reichsjugendführung.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit Nachweisen über die Mitgliedschaft und Ausbildung in der Marine-HJ.
Literaturverweise
Kater, Michael H. „Hitler-Jugend“ (Darstellung der Sonderformationen und der militärischen Ausbildung).
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Der Nachwuchs).
Rössler, Eberhard „Die deutsche U-Boot-Waffe“ (Hinweise zur Rekrutierung aus der Marine-HJ).
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