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Marine-Infanteriebataillon 500

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Verband Marine-Infanteriebataillon 500
Das Marine-Infanteriebataillon 500 war ein Sonderverband der Kriegsmarine zur Bewährung straffällig gewordener Marineangehöriger. Es entsprach in seiner Funktion den Bewährungsbataillonen des Heeres. In die Einheit wurden Soldaten eingegliedert, die durch Kriegsgerichte zu Freiheitsstrafen verurteilt oder durch Disziplinarentscheidungen degradiert worden waren. Das Bataillon wurde an besonders verlustreichen Frontabschnitten im Erdkampf eingesetzt, um dem Personal die Möglichkeit zu geben, sich durch „Tapferkeit vor dem Feind“ zu rehabilitieren. Die Überlebenschancen in diesen Einheiten waren aufgrund der riskanten Einsätze, wie etwa der Panzerjagd im Nahkampf oder Stoßtruppunternehmen, extrem gering.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: Aufstellung 1943/44 als Marine-Sonderverband für Straffällige.
Aufgabe: Gefährliche Erdkampfeinsätze; Minenräumen unter Feuer; Stoßtrupp- und Himmelfahrtskommandos.
Unterstellung: Operativ den jeweiligen Armee- oder Korpskommandos an den Brennpunkten der Front.
Ende 1945: Mai 1945; weitgehende Aufreibung des Verbandes in den Rückzugskämpfen im Osten.
Spezifische Merkmale
Status: Sonderstatus als Bewährungstruppe; Entzug von Dienstgradabzeichen und Auszeichnungen während der Bewährung.
Personal: Ehemalige Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften aller Laufbahnen (inkl. U-Boot-Waffe).
Disziplin: Unterwerfung unter extrem harte Disziplinarordnung und Aufsicht durch ausgewähltes Stammpersonal.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Strafvollzug: Überstellung von U-Boot-Fahrern nach Verurteilungen wegen Feigheit, Fahnenflucht oder „Unzucht“ (z. B. Fall Schimmelpfennig).
Rehabilitation: Theoretische Möglichkeit der Rückkehr in die U-Boot-Waffe nach erfolgreicher Bewährung (in der Praxis selten).
Personalverlust: Endgültiger Verlust hochqualifizierter Spezialisten für die schwimmenden Einheiten durch den Tod im Erdkampf.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 Marinejustiz: Akten über die Einweisung von Verurteilten in das Sonderbataillon 500.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit dem Vermerk „Zur Bewährung in das M.I.B. 500 überwiesen“.
BArch RM 45 Seekommandanten: Berichte über den operativen Einsatz der Bewährungstrupps.
Literaturverweise
Walmrath, Lothar „Iustitia et disciplina“ (Details zur Strafvollstreckung in Bewährungseinheiten).
Seidler, Franz W. „Die Militärgerichtsbarkeit der deutschen Wehrmacht 1939-1945“.
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Marine-Infanterie).
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