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Marineeinsatzabteilung Heiligenhafen

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Verband Marineeinsatzabteilung Heiligenhafen
Die Marineeinsatzabteilung Heiligenhafen war ein improvisierter Infanterieverband der Kriegsmarine, der gegen Ende des Zweiten Weltkrieges (Frühjahr 1945) im Raum Heiligenhafen (Schleswig-Holstein) formiert wurde. Sie entstand im Zuge der Aufstellung von Marine-Infanterie-Einheiten für den Erdkampf, primär aus Personal, das von aufgelösten Bordkommandos, Ausbildungsschulen und den im Rückzug befindlichen Einheiten aus dem Ostseeraum stammte. Die Abteilung diente der personellen Sammlung und Vorbereitung von Truppen für die Verteidigung der holsteinischen Küste sowie als Kader für die Aufstellung von Marine-Schützen-Regimentern in den letzten Kriegswochen.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: Anfang 1945 in Heiligenhafen; administrativ dem Küstenbefehlshaber westliche Ostsee unterstellt.
Aufgabe: Sammlung von versprengtem Marinepersonal; infanteristische Kurzausbildung; Objektschutz; Bereitstellung von Alarmeinheiten für die Landfront.
Standort: Heiligenhafen (Ostholstein). Nutzung lokaler Infrastruktur und Barackenlager.
Ende 1945: Auflösung im Mai 1945 nach der Kapitulation Norddeutschlands und der Besetzung durch britische Truppen.
Spezifische Merkmale
Zusammensetzung: Heterogener Verband aus Seeleuten, Funkern und Technikern, die im Rahmen der „Festungskämpfe“ zu Schützen umfunktioniert wurden.
Bewaffnung: Ausrüstung mit Beutewaffen, Panzerfäusten und Handfeuerwaffen aus Beständen der Marinestation Ostsee.
Einsatzraum: Sicherung der schleswig-holsteinischen Ostseeküste zwischen Fehmarn und Kiel gegen mögliche alliierte Landungen oder Luftlandungen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Personalersatz: Erfassung von U-Boot-Männern ohne Boot (insbes. Typ XXI-Baubelehrungen), die über diese Abteilung in den Erdkampf eingegliedert wurden.
Stützpunktschutz: Sicherung der küstennahen Nachrichten- und Versorgungsstellen, die für die letzten Operationen der U-Boot-Waffe in der Ostsee relevant waren.
Disziplin: Aufrechterhaltung der militärischen Ordnung im Chaos der Rückzugsbewegungen aus den östlichen Ostseehäfen (z. B. Hela, Danzig).
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 Marinelehrgänge und Stammabteilungen: Akten über die Aufstellung von Einsatzabteilungen im Bereich Schleswig-Holstein 1945.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit dem Nachweis der Zugehörigkeit zur Marineeinsatzabteilung Heiligenhafen im Frühjahr 1945.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die personelle Lage und die Landfront-Verteidigung in der westlichen Ostsee.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Marine-Infanterie und Erdkampfverbände).
Tessin, Georg „Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht“ (Land- und Sicherungsverbände der Marine).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der Landorganisation 1945).
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