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| Datenblatt
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Marinelazarett Lorient
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| Das Marinelazarett Lorient war eine zentrale Sanitätseinrichtung für die im Atlantik operierenden Seestreitkräfte, insbesondere für die Besatzungen der dort stationierten U-Boot-Flottillen (2. und 10. U-Flottille). Das Lazarett diente der medizinischen Versorgung von Erkrankten und Verwundeten im Raum des wichtigsten deutschen U-Boot-Stützpunktes am Atlantik. Es war eng in die Infrastruktur der Kriegsmarinewerft Lorient und des Stützpunktes Keroman eingebunden.
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| Historischer Kontext & Organisation
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| Aufstellung und Standort: Mit der Besetzung Lorients im Juni 1940 wurde die medizinische Infrastruktur vor Ort für die Zwecke der Kriegsmarine übernommen. Das Lazarett befand sich zunächst in bestehenden französischen Gebäuden und wurde im Verlauf des Krieges durch Bunkerbauten (Sanitätsbunker) ergänzt, um den massiven alliierten Luftangriffen auf die Stadt standzuhalten.
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| Aufgaben und Spezialisierung: Neben der allgemeinen Chirurgie und Inneren Medizin lag ein Schwerpunkt auf der Behandlung von typischen Krankheitsbildern des U-Boot-Krieges, wie Erschöpfungszuständen, Hauterkrankungen (durch die Enge und Feuchtigkeit an Bord) und Verletzungen nach Gefechten.
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| Das Schicksal bei Kriegsende: Ab August 1944 wurde Lorient von alliierten Truppen eingeschlossen und zur „Festung“ erklärt. Das Marinelazarett musste die Versorgung unter Belagerungsbedingungen aufrechterhalten, wobei Medikamenten- und Lebensmittelmangel die Arbeit massiv erschwerten. Die medizinischen Abteilungen wurden zunehmend in bombensichere Stollen und die Sanitätsbunker der U-Boot-Basis verlegt. Erst zwei Tage nach der Gesamtkapitulation, am 10. Mai 1945, wurde das Lazarett zusammen mit der Festung an die US-Streitkräfte übergeben, wobei die deutschen Sanitätsoffiziere die Patienten bis zur Übernahme durch französische Stellen weiter betreuten.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Einsatzfähigkeit der Besatzungen: Eine schnelle Genesung erfahrener Spezialisten (z. B. Leitende Ingenieure oder Funker) war für die personelle Einsatzbereitschaft der Frontflottillen entscheidend.
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| Notversorgung nach Rückkehr: Das Lazarett war die erste Anlaufstelle für Verwundete unmittelbar nach dem Einlaufen der Boote in die Bunkerboxen von Keroman.
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| Sanitätsbunker: In unmittelbarer Nähe der U-Boot-Bunker Keroman I-III wurden spezielle Sanitätsräume und OP-Säle in bombensicheren Anlagen untergebracht, um die Versorgung auch während schwerster Bombardements zu garantieren.
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| Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
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| B.Arch. RM 112 / 12 |
Unterlagen des Sanitätswesens der Marine im besetzten Frankreich (Dokumentiert die logistischen Berichte zum Betrieb des Lazaretts Lorient).
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| B.Arch. RM 112 / 45 |
Akten zur Errichtung und zum Betrieb von Sanitätsbunkern in den Atlantikstützpunkten.
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| B.Arch. RM 61 / 15 |
Kriegstagebücher des Kommandanten der Festung Lorient (Beschreibt die sanitäre Lage und den Medikamentenmangel während der Belagerung).
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| Literaturverweise
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| Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. |
Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Standardwerk zur personellen Besetzung der Sanitätsdienststellen).
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| Hildebrand, Hans H. |
Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. (Detaillierte Chronik der administrativen Unterstellungen).
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| Larshell, J. |
Die Festung Lorient 1944–1945. (Spezifische Darstellung der Belagerung und der medizinischen Infrastruktur innerhalb der Festung).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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