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Marinelazarett Wilhelmshaven

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststelle Marinelazarett Wilhelmshaven
Das Marinelazarett Wilhelmshaven war die zentrale medizinische Einrichtung der Kriegsmarine am Hauptkriegshafen der Nordsee. Es diente der stationären Behandlung, Operation und Rehabilitation von erkrankten oder verwundeten Marineangehörigen. Als Schwerpunktkrankenhaus der Marinestation der Nordsee verfügte es über spezialisierte Fachabteilungen für Chirurgie, innere Medizin sowie Tropen- und Schiffshygiene. Während des Krieges wurde die Kapazität durch den Bau von Luftschutzbunkern und Ausweichkrankenhäusern im Umland massiv erweitert, um die medizinische Versorgung auch unter schweren Luftangriffen sicherzustellen.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Bereits im 19. Jahrhundert als Garnisonslazarett gegründet; in der Kriegsmarine als Marinelazarett Wilhelmshaven (Sanderbusch/Stadtpark) massiv ausgebaut.
Standort: Wilhelmshaven. Hauptkomplex am Stadtpark, im Krieg ergänzt durch das Großlazarett Sanderbusch zur besseren Absicherung gegen Bombenangriffe.
Aufgabe: Medizinische Versorgung der Flottenangehörigen, Durchführung von Tauglichkeitsuntersuchungen und Begutachtung durch Marine-Medizinalräte.
Ende 1945: Nach der Kapitulation im Mai 1945 wurde das Lazarett unter britische Aufsicht gestellt und später in ein ziviles Krankenhaus (heutiges Nordwest-Krankenhaus) umgewandelt.
Spezifische Merkmale
Spezialisierung: Führend in der Behandlung von Seekrankheiten, Verbrennungen (nach Gefechtsschäden) und spezifischen Infektionskrankheiten der überseeischen Verbände.
Bunker-OP: Einrichtung von voll funktionsfähigen Operationssälen in massiven Hochbunkern, um die chirurgische Hilfe auch während schwerer Bombardements zu garantieren.
Ausbildung: Das Lazarett diente als Lehrstätte für Sanitätsoffiziere, Sanitätsmaaten und Marinesanitätshelferinnen der Marinestation der Nordsee.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
U-Heilstatten: Aufnahme und Behandlung von U-Boot-Fahrern mit spezifischen Erkrankungen wie dem "U-Boot-Magen", Rheuma oder psychischen Erschöpfungszuständen (Aswang).
Untersuchung: Durchführung der strengen periodischen Gesundheitsprüfungen auf U-Tauglichkeit durch erfahrene Marineärzte vor neuen Unternehmungen.
Notfallversorgung: Erstversorgung von Verwundeten einlaufender Frontboote der 2. U-Flottille oder anderer in Wilhelmshaven stationierter Verbände.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 16 Marinestation der Nordsee: Akten über die Sanitätsverwaltung und Berichte des Stationsarztes über das Lazarett Wilhelmshaven.
BArch RM 3 Reichsmarineamt / Medizinalabteilung: Unterlagen zum Ausbau der Lazarettkapazitäten und zur personellen Besetzung mit Sanitätsoffizieren.
BArch PERS 6 Personalakten: Einträge über Lazarettaufenthalte, Verwundungen und ärztliche Zeugnisse von Angehörigen der U-Boot-Waffe.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Sanitätswesen: Das Lazarettwesen der Marine).
Koop / Schmolke „Die deutschen Marinestützpunkte“ (Details zur infrastrukturellen Entwicklung des Lazarettstandorts Wilhelmshaven).
Nöldeke / Hartmann „Der Sanitätsdienst in der deutschen Flotte“ (Standardwerk zur medizinischen Organisation und den Marinelazaretten).
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