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Marinenachrichtenabteilung

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststelle Marinenachrichtenabteilung
Die Marinenachrichtenabteilung war eine fachspezifische Dienststelle innerhalb der Marinenachrichtentruppe, die den Stäben der Marinebefehlshaber (z. B. Marinegruppenkommandos oder Küstenbefehlshaber) unterstellt war. Ihre Hauptaufgabe lag in der Sicherstellung des gesamten Nachrichtenflusses zwischen Landdienststellen und schwimmenden Verbänden. Dies umfasste den Betrieb von Funkstationen, Fernschreibzentralen und Signalstellen sowie die technische Wartung der Kommunikationsmittel. Zudem waren die Abteilungen maßgeblich an der Funkaufklärung und dem Schlüsselwesen (Verschlüsselung mit der Enigma) beteiligt, um eine abhörsichere und schnelle Befehlsübermittlung im jeweiligen Befehlsbereich zu gewährleisten.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: Einrichtung mit Kriegsbeginn 1939 in allen Admiralstabsbereichen; Nachfolge der Nachrichtenmitteldivisionen.
Aufgabe: Betrieb des Funk- und Fernmeldedienstes; Signalwesen; Funkaufklärung; Instandhaltung der Nachrichtentechnik.
Unterstellung: Jeweiliger Nachrichtenführer des Stabes (A II); fachlich dem Marinenachrichtendienst (MND).
Ende 1945: Mai 1945; Auflösung der Abteilungen und Sicherstellung der Schlüsselunterlagen durch die Alliierten.
Spezifische Merkmale
Technik: Einsatz von Kurz- und Langwellensendern; Betrieb von Horch- und Peilstellen zur Erfassung feindlicher Signale.
Schlüsselwesen: Zentrale Rolle bei der Verschlüsselung von Befehlen (Schlüssel M) und der Entzifferung feindlicher Meldungen.
Personal: Besetzung durch Spezialisten der Nachrichtentruppe (Laufbahn IV) sowie Marinehelferinnen im Schreib- und Funkdienst.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Funkführung: Übermittlung der operativen Befehle des BdU an die im Seegebiet operierenden U-Boote über Relaisstationen.
Aufklärung: Auswertung von Funkpeilungen zur Ermittlung feindlicher Geleitzugpositionen und Weitergabe an die Frontflottillen.
Sicherheit: Überwachung der eigenen Funkdisziplin zur Vermeidung der Entdeckung durch die alliierte Funkortung (Huff-Duff).
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 Marinenachrichtentruppen: Akten über die Organisation, Ausbildung und Einsätze der M.N.A.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte des Marinenachrichtendienstes über Funkaufklärung und Schlüsselwesen.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge von Nachrichtenoffizieren mit Verwendung in den verschiedenen M.N.A.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Das Nachrichtenwesen).
Giessler, Helmuth „Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst: Technische Entwicklung und operativer Einsatz“.
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Systematik der Nachrichtendienststellen).
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