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Marinenachrichtendienstelle Kiel

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Dienststelle Marinenachrichtendienststelle Kiel
Die Marinenachrichtendienststelle Kiel war eine zentrale Kommunikationseinrichtung der Kriegsmarine im Bereich der Marinestation der Ostsee. Sie war verantwortlich für die Aufrechterhaltung des gesamten Nachrichtenverkehrs zwischen den Landdienststellen, den Schiffen auf See und dem Oberkommando. Zu ihren Aufgaben gehörten der Betrieb von Funk- und Fernschreibstellen, die Überwachung des Funkverkehrs sowie die Verwaltung der Schlüsselmittel. Als Knotenpunkt in Kiel sicherte sie die operative Anbindung der Flottenverbände und Ausbildungseinheiten an das strategische Nachrichtennetz der Seekriegsleitung.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Hervorgegangen aus den Nachrichteneinrichtungen der Reichsmarine; im Zuge der Aufrüstung massiv erweitert und dem Nachrichtenführer der Ostsee unterstellt.
Standort: Kiel (Schleswig-Holstein). Die Zentrale befand sich im Bereich der Marinestation, ergänzt durch externe Funkempfangsstellen im Umland (z.B. Kiel-Hassee).
Aufgabe: Sicherstellung des drahtgebundenen und drahtlosen Nachrichtenverkehrs; Betrieb der Chiffrierstellen; Überwachung der Funkdisziplin in der Ostsee.
Ende 1945: Mit der Kapitulation im Mai 1945 unter britische Kontrolle gestellt und im Rahmen der Entwaffnung der Nachrichtentruppe aufgelöst.
Spezifische Merkmale
Infrastruktur: Betrieb von Großfunkstellen und Fernschreibvermittlungen, die eine direkte Verbindung zum OKM in Berlin und zu den Gruppenkommandos ermöglichten.
B-Dienst: Unterstützung der Funkaufklärung (Beobachtungsdienst) durch die Bereitstellung von Empfangsdaten und die Koordination der lokalen Peilstellen.
Sicherheit: Strenge Überwachung der Kryptoverfahren (Enigma-Schlüsselnetze) zur Gewährleistung der Geheimhaltung im militärischen Nachrichtenwesen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Funkführung: Weiterleitung der operativen Befehle des BdU an die in der Ostsee erprobenden oder zur Front auslaufenden U-Boote.
Ausbildung: Unterstützung der U-Boot-Lehrdivisionen (U.L.D.) bei der praktischen Ausbildung der Funker unter realen Funkverkehrsbedingungen.
Wetterdienst: Ausstrahlung von Wettermeldungen und Warnnachrichten, die für die Sicherheit der U-Boot-Unternehmungen im Küstenvorfeld essenziell waren.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Akten über die Organisation des Marinenachrichtenwesens und die Aufgaben der Nachrichtendienststellen.
BArch RM 121 Marinelehrgänge und Schulen: Unterlagen zur nachrichtentechnischen Ausbildung und Kooperation mit den Dienststellen in Kiel.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über die Dienstzeit von Nachrichtenoffizieren und Fachpersonal am Standort Kiel.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Nachrichtenwesen: Die Nachrichtendienststellen).
Giessler, Helmuth „Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst“ (Details zur regionalen Netzstruktur).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der Nachrichtenführer).
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