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Navigationslehrer

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststellung Navigationslehrer
Der Navigationslehrer war eine Schlüsselperson in der Ausbildung von Seeoffiziersanwärtern und Wachoffizierschülern an den Marineschulen, insbesondere an der Navigationsschule in Gotenhafen oder der Marineschule Mürwik. Seine Aufgabe war die Vermittlung hochkomplexer nautischer Verfahren, die für das Überleben eines U-Bootes auf hoher See entscheidend waren. Dies umfasste die Astronomische Navigation, die Koppelnavigation sowie die Handhabung von Kreiselkompass, Funkpeiler und den ersten Radaranlagen (GEMA). In der U-Boot-Waffe, wo Positionsbestimmungen oft unter Zeitdruck und bei schlechter Sicht am U-Boot-Sextanten erfolgen mussten, war die methodische Strenge des Navigationslehrers die Grundlage für den späteren operativen Erfolg und die sichere Rückkehr der Boote.
Aufgaben und Funktionen
Stellvertreter: Leitender Lehrer der Navigationsgruppe; verantwortlich für die theoretische Prüfungsvorbereitung und die Durchführung praktischer Übungsfahrten auf Schulbooten.
Innendienst: Verwaltung der Seekarten, nautischen Tafeln und Jahrbücher sowie die Wartung und Justierung der optischen und mechanischen Navigationsinstrumente im Lehrsaal.
Personalführung: Fachlicher Vorgesetzter der Navigationsmaate; verantwortlich für die disziplinarische Überwachung der Lehrgangsteilnehmer während der komplexen Berechnungsübungen.
Gefechtsstation: Position auf dem Lehrschiff oder im Navigatorium; Leitung der Ausbildung in der Koppelnavigation und Standortsbestimmung unter simulierten Gefechtsbedingungen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Führungshärte: Die Tätigkeit als Navigationslehrer erforderte höchste Präzision und administrative Reife, um die für U-Boot-Kommandanten essentielle nautische Sicherheit und Fehlerfreiheit zu vermitteln.
Spezial-Personal: Besonders erfahrene nautische Offiziere der Crews 34 bis 37 dienten als Lehrer, um die notwendige Erfahrung aus dem Atlantikeinsatz in die Ausbildung der Nachwuchsoffiziere einzubringen.
Taktische Schule: Die Ausbildung im Koppeln und in der astronomischen Navigation schulte die für U-Boot-Angriffe und Rudeltaktiken notwendige räumliche Vorstellungskraft unter extremem Zeitdruck.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 20 Marineschulen: Dokumentation der Lehrpläne für die Navigationsausbildung und namentliche Listen der eingesetzten Navigationslehrer.
BArch PERS 6 Personalakten: Invenio-Nachweis über Qualifikationsberichte zur pädagogischen und nautischen Eignung der als Lehrer kommandierten Offiziere.
BArch RHD 18 M.Dv. 32: Offizielle Dienstvorschrift zur Regelung der Navigationslehre und der Verantwortlichkeiten des Ausbildungspersonals auf Schulschiffen.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand Die deutsche Kriegsmarine 1939-1945 (Band 2, Abschnitt Ausbildungswesen: Die Navigationsschulen der Marine).
Rössler, Eberhard Die deutsche U-Boot-Waffe (Details zur Ausbildung der Wachoffiziere und Kommandanten in der nautischen Schiffsführung).
Bredow, Claus Navigation auf U-Booten (Fachspezifische Einblicke in die Lehrmethoden und die Anwendung der Astronomie im Seekrieg).
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