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Schiffsbaukommission

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststelle Schiffsbaukommission
Die Schiffsbaukommission wurde im Frühjahr 1943 als zentrales Steuerungsorgan der deutschen Marinerüstung ins Leben gerufen. Sie entstand aus der Notwendigkeit, die veralteten Produktionsmethoden der Werften durch moderne, industrielle Fertigungsprozesse zu ersetzen. Unter der Leitung von Rüstungsexperten wie Otto Merker und in enger Abstimmung mit dem Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion sowie dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine koordinierte sie die Priorisierung und den Bau neuer Schiffstypen, insbesondere im Bereich der U-Boot-Waffe.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Formiert 1943 zur Überwindung der herkömmlichen Werftmethodik; personell besetzt mit Fachleuten der Marine und der Rüstungsindustrie.
Standort: Berlin, mit direktem Zugriff auf die Planungsstäbe des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion und die technischen Abteilungen des OKM.
Aufgabe: Umstellung der U-Boot-Produktion auf die Sektionsbauweise, Standardisierung von Bauteilen und Optimierung der Werftauslastung unter Kriegsbedingungen.
Ende 1945: Mit der Einstellung der Rüstungsproduktion im Frühjahr 1945 und der anschließenden Kapitulation im Mai 1945 wurde die Kommission aufgelöst.
Spezifische Merkmale
Sektionsbauweise: Einführung der Fertigung von U-Booten in separaten Sektionen im Binnenland, die auf den Werften lediglich endmontiert wurden, um die Bauzeit drastisch zu verkürzen.
Industriebeteiligung: Massive Einbindung von Stahlbau- und Maschinenbaubetrieben außerhalb der Küstenregionen in das maritime Rüstungsprogramm.
Priorisierung: Durchsetzung des absoluten Vorrangs für den Bau der neuen Elektro-U-Boote gegenüber anderen Überwasser-Bauprogrammen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Typ XXI und XXIII: Die Schiffsbaukommission war das entscheidende Organ für die Realisierung der modernen Elektro-U-Boot-Typen innerhalb kürzester Zeit.
Produktionssteigerung: Trotz massiver Luftangriffe gelang der Kommission eine zeitweilige Stabilisierung und Erhöhung der Auslieferungszahlen neuer Einheiten für die Front.
Technologietransfer: Enge Verzahnung von Frontanforderungen des B.d.U. und konstruktiver Umsetzung durch die beauftragten Werftbetriebe.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Akten über die strategischen Rüstungsprogramme und die Zusammenarbeit mit der Schiffsbaukommission.
BArch R 3 Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion: Unterlagen zur Leitung der Schiffsbaukommission unter Otto Merker.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Marineingenieure und Offiziere, die in den Stäben der Kommission tätig waren.
Literaturverweise
Rössler, Eberhard „Geschichte des deutschen U-Bootbaus“ (Band 2: Entwicklung und Bau der Typen XXI und XXIII).
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Rüstungswesen: Schiffsbauorganisation).
Speer, Albert „Erinnerungen“ (Hinweise zur Umstellung des U-Boot-Baus ab 1943).
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