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| Dienststelle
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Seekommandant Lorient
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| Der Seekommandant Lorient war die zentrale territoriale und operative Kommandobehörde der Kriegsmarine für den Bereich des strategisch bedeutenden U-Boot-Stützpunktes Lorient. Die Dienststelle entstand im Juni 1940 nach der Besetzung der Bretagne und unterstand truppendienstlich dem Marinebefehlshaber Westfrankreich (später MOK West). Der Seekommandant koordinierte die Verteidigung des Hafens, die Flak-Artillerie sowie die land- und seeseitigen Sicherungsstreitkräfte. In der Endphase des Krieges (1944/45) fungierte die Dienststelle als Teil der Festungskommandantur Lorient und sicherte den Stützpunkt bis zur Gesamtkapitulation im Mai 1945 gegen alliierte Belagerungstruppen.
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| Entstehung, Funktion und Aufgaben
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| Aufstellung: |
Juni 1940 als Seekommandant Bretagne (Sitz Lorient); später spezialisiert auf den Bereich Lorient.
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| Aufgabe: |
Operative Führung der Hafenverteidigung; Koordination der Marine-Flak; Sicherung der U-Boot-Bunkeranlagen; Hafenschutz- und Sperrwesen.
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| Führung: |
Besetzung durch erfahrene Kapitäne zur See (u. a. Kpt.z.S. Walter Gerlach, der spätere Festungskommandant).
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| Ende 1945: |
Kapitulation der "Festung Lorient" am 10.05.1945; Auflösung der Dienststelle und Gefangenschaft des Stabes.
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| Spezifische Merkmale
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| Bunkerbau: |
Administrative Begleitung und Sicherung der Großbaustellen für die Keroman-U-Boot-Bunker durch landseitige Wachtruppen.
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| Belagerung: |
Ab August 1944 führte der Seekommandant improvisierte Marine-Bataillone im Erdkampf an der Landfront der eingeschlossenen Festung.
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| Koordination: |
Engste Zusammenarbeit mit den Flottillenchefs der 2. und 10. U-Flottille zur Sicherstellung der Einsatzbereitschaft der Frontboote.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Stützpunktschutz: |
Die Dienststelle trug die Hauptverantwortung für den Schutz der U-Boot-Basis gegen alliierte Luftangriffe und Sabotageakte der Résistance.
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| Wegesicherung: |
Befehlsgewalt über die Hafenschutzflottillen, die den "nassen Weg" durch die Biskaya für die ein- und auslaufenden Boote minenfrei hielten.
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| Logistik: |
Verwaltung der landseitigen Infrastruktur (Werkstätten, Arsenale), die für die technische Überholung der Front-U-Boote essenziell war.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 45-III |
Seekommandant Bretagne / Lorient: Akten über die Organisation, Verteidigungsbefehle und Gefechtsberichte.
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| BArch RM 7 |
Seekriegsleitung: Berichte über die strategische Bedeutung und Verteidigung der Atlantikstützpunkte.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Werdegänge der Seekommandanten und Stabsoffiziere im Bereich Lorient.
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Die Landorganisation in Frankreich).
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| Koop / Schmolke |
„Die deutschen Marinestützpunkte: St. Nazaire, Lorient und die Atlantikküste“.
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| Wegner, Günter |
„Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der Seekommandanten im Westen).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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