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Signalmaatenlehrgang

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Ausbildung Signalmaatenlehrgang
Der Signalmaatenlehrgang war eine weiterführende Unteroffiziersausbildung für bewährte Signalgasten der Kriegsmarine. Ziel des Lehrgangs war die Befähigung zur Führung einer Signalgruppe an Bord von Kriegsschiffen oder an Landfunkstellen. Die Teilnehmer wurden intensiv in der praktischen Anwendung des Signalwesens, der Personalführung und der erweiterten taktischen Nachrichtenübermittlung geschult, um nach erfolgreichem Abschluss die Verantwortung als Signalmaat (Unteroffizier ohne Portepee) zu übernehmen.
Entstehung, Funktion und Ausbildungsinhalte
Lehrinhalte: Vertiefte Kenntnisse im internationalen und kriegsmarineeigenen Signalbuch, Ausbildung in der Leitung des Brückensignaldienstes, erweitertes Training im Schnellmorse- und Winkerdienst sowie taktische Verschlüsselung.
Standort: Durchführung an den Marinenachrichtenschulen (M.N.S.), primär in Flensburg-Mürwik oder Aurich, wo entsprechende Übungseinrichtungen für die Unteroffiziersschulung vorhanden waren.
Qualifikation: Der erfolgreiche Abschluss war Voraussetzung für die Beförderung zum Maat in der Signallaufbahn und berechtigte zur Führung der Signaleinrichtungen auf kleineren Einheiten oder Teilabschnitten auf Großkampfschiffen.
Ende 1945: Mit der Auflösung der Ausbildungsstrukturen nach der Kapitulation im Mai 1945 endete der reguläre Lehrbetrieb für die angehenden Signalmaaten.
Spezifische Merkmale
Führungsrolle: Im Gegensatz zur Gastenausbildung lag der Schwerpunkt hier auf der Aufsicht und Fehlerkontrolle der unterstellten Signalgasten sowie der direkten Zuarbeit für den Wachoffizier.
Signalbuchkunde: Die Maaten mussten in der Lage sein, komplexe Signalgruppen ohne langes Nachschlagen sicher zu identifizieren und die entsprechende Beantwortung einzuleiten.
Verantwortlichkeit: Überwachung der Wartung und Vollständigkeit der Signalschätze (Flaggen), der optischen Geräte und der ordnungsgemäßen Führung der Signalbücher.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Brückenführung: Auf U-Booten fungierte der Signalmaat oft als rechte Hand des Wachoffiziers bei der optischen Identifizierung von Schiffen und der Überwachung des Nahbereichs.
Flottillen-Einsatz: In den U-Boot-Stützpunkten koordinierten Signalmaaten den optischen Signalverkehr zwischen dem Hafenkapitän und den ein- bzw. auslaufenden Booten.
Ausbildung: Erfahrene Signalmaaten wurden als Ausbilder zu den U-Boot-Lehrdivisionen kommandiert, um den Besatzungsnachwuchs in der praktischen Signalgebung zu unterweisen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 20 Marineschulen: Akten über die Gliederung der Unteroffizierslehrgänge und Prüfungsrichtlinien für die Signallaufbahn.
BArch RM 121 Marinelehrgänge: Unterlagen zur personellen Auswahl und den Laufbahnvoraussetzungen für den Signalmaatenlehrgang.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über die Teilnahme am Signalmaatenlehrgang und die anschließende Beförderung zum Unteroffizier.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Ausbildungswesen: Unteroffiziersausbildung der Nachrichtentruppe).
Giessler, Hellmuth „Der Marine-Nachrichtendienst“ (Details zur hierarchischen Struktur und Qualifikation im Signaldienst).
Koop / Schmolke „Die deutschen Marinestützpunkte“ (Informationen zur Bedeutung der Nachrichtenschulen für das Unteroffizierskorps).
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