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Torpedobatterie Bergen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Verband Torpedobatterie Bergen
Die Torpedobatterie Bergen war eine ortsfeste Küstenverteidigungsanlage der Kriegsmarine im besetzten Norwegen. Sie diente der Sicherung der strategisch bedeutsamen Zufahrtswege zum Hafen von Bergen, einem der wichtigsten deutschen Flotten- und U-Boot-Stützpunkte an der Westküste. Die Batterie war in der Lage, feindliche Überwasserstreitkräfte in den engen Fjordpassagen durch den Einsatz von Unterwasserwaffen wirkungsvoll zu bekämpfen und so den Hafen gegen Infiltration und Angriffe von See her abzuriegeln.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Eingerichtet nach der Besetzung Norwegens 1940 durch die Übernahme und Modernisierung bestehender norwegischer Anlagen (wie Kvarven) sowie den Ausbau neuer Stellungen durch deutsche Pioniereinheiten.
Standort: Strategische Positionierung an den Engstellen der Zufahrtsfjorde nach Bergen (z. B. im Bereich Kvarven oder Rutledal). Die Anlage umfasste verbunkerte Torpedolancierrohre und Beobachtungsstände.
Technik: Ausrüstung mit schwenkbaren oder fest installierten Torpedorohrsätzen (oft 53,3-cm). Die Steuerung erfolgte über elektrische Fernzündanlagen in Verbindung mit optischen Entfernungsmessgeräten.
Ende 1945: Mit der Gesamtkapitulation im Mai 1945 wurden die Anlagen der Torpedobatterie unversehrt an die alliierten Kräfte bzw. die norwegischen Behörden übergeben.
Spezifische Merkmale
Fjord-Sperre: Die Batterie bildete einen Teil des „Atlantikwalls“ in Norwegen und war darauf ausgelegt, selbst schwerste Einheiten beim Durchbruchversuch durch die Fjorde unter Wasser zu treffen.
Tarnung: Die Abschussstellen waren meist tief in den Fels gehauen oder durch Tarnanstriche und Netze gegen Luftaufklärung und direkten Beschuss von See her geschützt.
Personal: Besetzt durch spezialisiertes Personal der Marineartillerie und Torpedomechaniker, die für die Wartung der empfindlichen Waffensysteme in der feuchten Küstenumgebung geschult waren.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Stützpunkt-Schutz: Die Torpedobatterie sicherte die landseitigen und seeseitigen Zugänge zum U-Boot-Bunker „Bruno“ in Bergen, um feindliche Zerstörer am Eindringen in das Hafenbecken zu hindern.
Sicherer Transit: Aus- und einlaufende Front-U-Boote konnten sich innerhalb des Wirkungsbereichs der Batterie vor verfolgenden alliierten Überwasserstreitkräften in Sicherheit bringen.
Verteidigungsverbund: Enge Koordination mit den in Bergen stationierten U-Boot-Flottillen (u. a. 11. U-Flottille) zur gemeinsamen Abwehr von Kommando-Unternehmen gegen die Werftinfrastruktur.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 45-I Marineartilleriezeugämter und Torpedowaffenplätze: Unterlagen über die technische Ausstattung und Wartung der Torpedobatterien in Norwegen.
BArch RM 37 Admiral der norwegischen Westküste: Akten über die taktische Einbindung der Küstenbatterien in das Verteidigungssystem Bergen.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über spezialisierte Artillerieoffiziere und Torpedotechniker im Einsatz bei den Küstenbatterien.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Küstenartillerie und Torpedobatterien).
Fjørtoft, Jan Egil „Tysk kystartilleri i Norge“ (Standardwerk über die deutsche Küstenartillerie und Torpedobatterien in Norwegen).
Koop / Schmolke „Die deutschen Marinestützpunkte“ (Details zur Verteidigung des Stützpunktes Bergen).
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