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Torpedooffiziers-Sonderlehrgang

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Ausbildung Torpedooffiziers-Sonderlehrgang
Der Torpedooffiziers-Sonderlehrgang war eine spezialisierte Fortbildung für bereits erfahrene Seeoffiziere (meist I. Wachoffiziere), die kurzfristig auf neue Waffentechnologien oder taktische Neuerungen geschult werden mussten. Im Gegensatz zum regulären T.O.-Lehrgang konzentrierte sich der Sonderlehrgang auf die Bekämpfung der technischen Mängel während der „Torpedokrise“ sowie auf die Einführung von Geheimwaffen wie dem FAT-Torpedo oder akustischen Eigenlenk-Torpedos. Die Ausbildung fand oft in konzentrierter Form an der Torpedoschule Flensburg-Mürwik oder direkt bei der Torpedoversuchsanstalt (TVA) in Eckernförde statt. In den Personalunterlagen dokumentiert dieser Lehrgang eine Expertenstellung für modernste Unterwasserwaffensysteme und war oft die unmittelbare Vorstufe für ein Frontkommando auf technologisch neuartigen Bootstypen.
Ausbildungsinhalte & Schwerpunkte
Sonderwaffen: Einweisung in die Handhabung und Einstellung der Flächen-Absuch-Torpedos (FAT) und Lageunabhängigen Torpedos (LUT).
Akustik-Sensorik: Theoretische und praktische Schulung am G7es „Zaunkönig“ (T-V) zur Bekämpfung von Geleitsicherungen durch akustische Zielsuche.
Zündtechnik: Vertiefte Ausbildung in der Magnetzündung (Pi-Zünder) und deren korrekter Einstellung zur Überwindung der Versagerquoten bei der Tiefensteuerung.
Taktik-Update: Schulung in neuen Angriffsverfahren gegen stark gesicherte Geleitzüge unter Berücksichtigung feindlicher Täuschkörper (Foxer).
Spezifische Details & Ergänzungen
Torpedokrise: Sonderkurse zur "Umarbeitung" des waffentechnischen Verständnisses nach den massiven Versagern während des Norwegen-Feldzugs 1940.
TVA Eckernförde: Praktische Schießabschnitte unter Aufsicht der [Torpedoversuchsanstalt](https://www.bundesarchiv.de), um die Zuverlässigkeit neuer Einstellwerte unter Realbedingungen zu testen.
Kurzlehrgang: Aufgrund des hohen Frontbedarfs oft als "Crashkurs" konzipiert, um Offiziere zwischen zwei Feindfahrten technisch auf den neuesten Stand zu bringen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
I. W.O. Qualifikation: Ein Sonderlehrgang war oft Voraussetzung, um als I. W.O. auf modernen Typ VII C/41 oder Typ IX Booten mit modernster Bewaffnung eingesetzt zu werden.
Technischer Vorsprung: Der Lehrgang stellte sicher, dass die taktischen Innovationen des B.d.U. unmittelbar durch kompetente Offiziere an der Front umgesetzt wurden.
Biografischer Marker: In den Personalakten kennzeichnet dieser Eintrag einen Offizier mit überdurchschnittlichem technischem Verständnis.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 142 Marine-Fachschulen: Akten über die Einrichtung von Sonderlehrgängen an der Torpedoschule Flensburg für U-Boot-Offiziere.
BArch RM 20 / 1215 Inspektion U-Bootwesen: Berichte über die taktische Notwendigkeit von Sonderausbildungen für neue Torpedotypen.
BArch PERS 6 Personalakten: Individuelle Nachweise über die Teilnahme an Sonderlehrgängen und entsprechende Qualifikationsvermerke.
Literaturverweise
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zur Offiziersausbildung und den technischen Sonderlehrgängen).
Rössler, Eberhard Die Torpedos der deutschen U-Boote (Detaillierte Schilderung der technischen Neuerungen, die Kern der Sonderlehrgänge waren).
Giessler, Helmuth Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst (Kontext zur Einbindung neuer Sensorik in die Torpedowaffe).
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