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U-Abwehrlehrgang für Fähnriche

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Datenblatt U-Abwehrlehrgang für Fähnriche
In der Reichsmarine und Kriegsmarine war der U-Abwehrlehrgang für Fähnriche ein spezialisierter Ausbildungsabschnitt für den Offiziersnachwuchs, um die taktischen und technischen Grundlagen der Bekämpfung getauchter Ziele zu vermitteln. Dieser Lehrgang fand meist im Rahmen der Offiziersausbildung der Fähnrichskompanie statt. Er bildete das notwendige Gegenstück zur Offensivausbildung und schärfte das Verständnis für die Verwundbarkeit von Seestreitkräften.
Inhalte und Schwerpunkte
Ortungstechnik: Die Fähnriche lernten die Funktionsweise von Horch- und aktiven Schallortungsgeräten (S-Gerät) kennen. Ein Schwerpunkt lag auf der Unterscheidung von Eigengeräuschen des Schiffes und den charakteristischen Schraubengeräuschen von U-Booten. Diese Kenntnisse waren die Basis für das spätere Verständnis im Ortungslehrgang.
Waffenkunde und Taktik: Vermittlung der ballistischen Daten und Abwurfregeln für Wasserbomben. Die Anwärter übten die Berechnung von Vorhaltewinkeln und Sinkzeiten, um eine effektive Sperre über einem vermuteten U-Boot-Standort zu legen.
Gefechtsführung: Die Ausbildung umfasste das koordinierte Suchen im Verband, wie es bei Sicherungsflottillen (z. B. der 12. Vorpostenflottille) praktiziert wurde.
Bedeutung für die U-Boot-Waffe
Perspektivwechsel: Für künftige U-Boot-Kommandanten war dieser Lehrgang von unschätzbarem Wert, da sie die Abwehrmethoden des Gegners „von der anderen Seite“ kennenlernten. Sie erfuhren, welche Manöver oder Geräusche ein Boot für die Überwasserortung besonders sichtbar machten.
Taktische Vorsorge: Das Wissen über die Reichweite und Präzision feindlicher Ortung (theoretisch vermittelt durch Hilfslehrer mit Fronterfahrung) ermöglichte es den Offizieren später, leisere und effektivere Ausweichmanöver zu befehlen.
Zusammenarbeit mit Sicherern: Die Ausbildung förderte das Verständnis für die Notwendigkeit der Wegesicherung durch Einheiten wie die 6. Minensuchflottille oder den Führer der Vorpostenboote West, wenn die eigenen Boote in gefährdete Gewässer ein- oder ausliefen.
Stellung in der Laufbahn
Der Lehrgang wurde oft an der U-Abwehrschule in Kiel-Wik oder Swinemünde absolviert. Die Leistungen flossen in die Gesamtbeurteilung der Crew-Angehörigen ein und wurden in der Personalakte (Bestand Pers 6) dokumentiert. Er war häufig die letzte Station, bevor die Offiziere zur spezifischen U-Ausbildung wechselten.
Quellenangabe
Bundesarchiv, Signatur RM 88 Marineschulen. Invenio Online-Recherche. Enthält Lehrpläne für die U-Abwehr-Ausbildung von Offizieranwärtern.
Bundesarchiv, Signatur RM 91 Dienststellen der U-Boot-Waffe. Invenio Online-Recherche. Dokumentiert die taktischen Erkenntnisse aus U-Abwehr-Versuchen.
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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