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U-Stützpunkt Hamburg

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststelle U-Stützpunkt Hamburg
Der U-Stützpunkt Hamburg war eines der bedeutendsten Zentren für den Bau, die Ausrüstung und die Instandsetzung der deutschen U-Boot-Waffe. Aufgrund der massiven Werftkapazitäten (u. a. Blohm & Voss, Deutsche Werft, Howaldtswerke) diente der Standort als Hauptproduktionsstätte für Frontboote. Neben der rein industriellen Fertigung umfasste der Stützpunkt umfangreiche Bunkeranlagen (z. B. "Fink II" und "Elbe II"), logistische Depots sowie Unterkünfte für Baubelehrungsmannschaften. Administrativ unterstand der Stützpunkt dem Kommandanten im Abschnitt Hamburg.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Kontinuierlicher Ausbau ab 1935 parallel zum U-Boot-Bauprogramm; Unterstellung unter das Marineoberkommando Nordsee.
Standort: Hamburger Hafen; Schwerpunkte auf Steinwerder, Finkenwerder und Tollerort.
Aufgabe: Neubau von U-Boote aller Typen (insbes. VII C und XXI); Durchführung von Reparaturen; Endausrüstung und Übergabe an die Abnahmekommandos.
Ende 1945: Besetzung durch britische Truppen im Mai 1945; anschließende Demontage der Werftanlagen und Sprengung der U-Boot-Bunker.
Spezifische Merkmale
Bunkerbauten: Errichtung massiver Schutzbauten wie "Fink II" (Blohm & Voss) und "Elbe II" (Howaldtswerke) zum Schutz der Boote während der Ausrüstung vor Luftangriffen.
Sektionsbau: Hamburg war zentraler Montageplatz für das Typ XXI-Programm, wobei Sektionen aus dem Binnenland über die Elbe angeliefert wurden.
Luftschutz: Aufgrund der strategischen Bedeutung war der Stützpunkt Ziel hunderter schwerer Luftangriffe, was den Bau immer massiverer Betonstrukturen erforderte.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Baubelehrung: Tausende U-Boot-Fahrer erhielten in Hamburg ihre Baubelehrung, um die technischen Anlagen ihrer neuen Boote bereits während der Endmontage kennenzulernen.
Reparaturkapazität: Wichtigster Rückwärtiger Hafen für die Instandsetzung von Frontbooten, die nach schweren Gefechtsschäden aus dem Atlantik zurückkehrten.
Innovation: Standort für die Erprobung technischer Neuerungen (z. B. Schnorchel-Nachrüstungen und neue Antriebssysteme).
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 87 Befehlshaber der Unterseeboote: Berichte über die Werftliegezeiten und die Baufortschritte am Standort Hamburg.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Akten über die Organisation der U-Boot-Stützpunkte und den Ausbau der Schutzbunker.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über die Dienstzeit von Bauaufsichtspersonal und Stammbesatzungen in Hamburg.
Literaturverweise
Rössler, Eberhard „Die deutschen U-Boote und ihre Werften“ (Detaillierte Analyse der Hamburger Produktionsstätten).
Jung / Maass „U-Boot-Bunker in Deutschland“ (Dokumentation der Schutzbauten Fink II und Elbe II).
Koop / Schmolke „Die deutschen Marinestützpunkte“ (Informationen zur logistischen Rolle Hamburgs).
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