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Wehrmachtsordnungspolizei

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Dienststellung Wehrmachtsordnungspolizei
Die Wehrmachtsordnungspolizei war das zentrale Exekutivorgan zur Aufrechterhaltung der militärischen Sicherheit, Disziplin und Ordnung innerhalb des Wehrmachtbereiches. Sie fungierte als Bindeglied zwischen der Truppenführung und der zivilen Ordnungspolizei, operierte jedoch unter rein militärischer Gerichtsbarkeit. In den großen Marine-Stützpunkten und Werftzentren wie Kiel, Wilhelmshaven oder den Stützpunkten in Frankreich sicherte sie kriegswichtige Anlagen gegen Sabotage und Spionage. Zu ihrem Aufgabenspektrum gehörte die Überwachung des gesamten militärischen Verkehrs, die Durchführung von Kontrollen im Etappenbereich sowie die Festnahme von Deserteuren. Sie stellte sicher, dass der Dienstbetrieb in den rückwärtigen Gebieten reibungslos funktionierte, während die Frontverbände im Einsatz standen.
Aufgaben und Funktionen
Stellvertreter: Leitender Offizier der Ordnungspolizei am Standort; verantwortlich für die Koordination mit der Feldgendarmerie und den jeweiligen Hafen- oder Standortkommandanten.
Innendienst: Verwaltung der Arrestanstalten und Führung der polizeilichen Ermittlungsakten bei Verstößen gegen das Militärstrafgesetzbuch innerhalb der Garnison.
Personalführung: Ausbildung der Wach- und Streifenmannschaften in rechtlichen Belangen sowie in der Anwendung von Zwangsmaßnahmen zur Durchsetzung der militärischen Ordnung.
Gefechtsstation: Sicherung der Befehlsstellen bei Unruhen oder feindlichen Kommando-Unternehmen; Leitung der Verkehrsregelung bei Evakuierungen oder großflächigen Luftangriffen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Führungshärte: Die Überwachung der Disziplin in den U-Boot-Stützpunkten der Atlantikküste galt als Ausweis für administrative Reife und notwendige Härte gegenüber disziplinlosen Elementen.
Spezial-Personal: Besonders kriegserfahrene Unteroffiziere der Crews 35 bis 38 wurden zur Wehrmachtsordnungspolizei kommandiert, um die disziplinarische Sicherheit der Werftarbeiter und Besatzungen zu gewährleisten.
Taktische Schule: Die präventive Aufklärungsarbeit zur Vermeidung von Sabotageakten an U-Boot-Bunkern schulte die für Seeoffiziere essentielle Wachsamkeit gegenüber irregulären Gefahrenlagen.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RW 4 OKW / Stab des Chefs der Wehrmachtsordnungspolizei: Grundsätzliche Befehle zur Organisation und zum Einsatz der Ordnungsorgane im Reichsgebiet und besetzten Gebieten.
BArch PERS 6 Personalakten: Invenio-Nachweis über Qualifikationsberichte und Kommandierungen von Marineangehörigen zur Verwendung innerhalb der Wehrmachtsordnungspolizei.
BArch RHD 18 M.Dv. 32: Offizielle Dienstvorschrift zur Regelung der Zusammenarbeit zwischen Bord-Disziplinarvorgesetzten und der standortgebundenen Ordnungspolizei.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand Die deutsche Kriegsmarine 1939-1945 (Band 2, Abschnitt Marine-Justiz und Ordnungswesen: Die Rolle der Wehrmachtspolizei).
Tessin, Georg Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS (Detaillierte Gliederung der Ordnungsorgane und deren örtliche Zuständigkeiten).
Schlicht / Angolia Die deutsche Wehrmacht - Uniformierung und Ausrüstung (Einblicke in die spezifische Kennzeichnung und Befugnisse der Ordnungspolizei).
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