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| Dienststellung
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Zur Dienstleistung (z.D.) beim BdU
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| Die Bezeichnung „Zur Dienstleistung“ (z.D.) betraf Offiziere, die dem Stab des Befehlshabers der Unterseeboote unmittelbar für Sonderaufgaben oder zur vorübergehenden Verwendung unterstellt waren. Im Gegensatz zum Status „zur Verfügung“ (z.V.), der oft eine Wartezeit auf ein Kommando implizierte, wurden z.D.-Offiziere aktiv für spezifische Projekte, als Verbindungsoffiziere oder zur Verstärkung einzelner Stabsabteilungen (z. B. Operation, Organisation oder Funkwesen) eingesetzt. Oft handelte es sich um fronterfahrene Kommandanten, die nach zahlreichen Feindfahrten zur Regeneration oder zur Auswertung von Einsatztaktiken in den Stab berufen wurden.
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| Entstehung, Funktion und Aufgaben
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| Aufgaben: |
Ausarbeitung von Taktiken; Mitarbeit an den BdU-Rundschreiben; Referententätigkeit; Prüfung technischer Neuerungen; Sonderkurierdienste.
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| Standort: |
Hauptquartier des BdU (z. B. Kern-Lorient, Paris, Angers oder Bunker „Koralle“ bei Berlin).
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| Qualifikation: |
Meist ältere Kapitänleutnants oder Stabsoffiziere mit umfassender Fronterfahrung und spezifischem Fachwissen.
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| Ende 1945: |
Mit der Auflösung des BdU-Stabes nach der Kapitulation im Mai 1945 beendet.
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| Spezifische Merkmale
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| Sonderstatus: |
Die Verwendung z.D. bot der Führung die Möglichkeit, Spezialwissen flexibel dort einzusetzen, wo operative Engpässe entstanden.
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| Regeneration: |
Diente häufig als Übergangslösung für Kommandanten („Landdienstpause“), um deren Expertise für die Ausbildung und Planung zu sichern.
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| Projektarbeit: |
Einbeziehung in die Erprobung neuer Waffensysteme (z. B. Schnorchel, Torpedo-Varianten) vor deren Einführung an der Front.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Erfahrungstransfer: |
Unmittelbare Umsetzung von Frontbeobachtungen in taktische Anweisungen für die gesamte U-Boot-Waffe durch die z.D.-Offiziere im Stab.
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| Führungsreserve: |
Bereitstellung eines Pools an hochqualifizierten Offizieren für kurzfristige Sonderkommandos oder Flottillenleitungen.
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| Stabsarbeit: |
Entlastung der Fachabteilungen des BdU bei der Bewältigung des massiv gestiegenen administrativen Aufwands während der Expansionsphase.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 87 |
Befehlshaber der Unterseeboote: Akten über die Stabsbesetzung und namentliche Listen der Offiziere zur Dienstleistung.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Werdegänge mit dem spezifischen Vermerk „kommandiert z.D. beim BdU“.
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| BArch RM 7 |
Seekriegsleitung: Berichte über die Organisation der U-Boot-Führung und den Einsatz von Spezialisten.
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| Literaturverweise
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| Rössler, Eberhard |
„Die deutsche U-Boot-Waffe: Ausbildung, Taktik und Technik“ (Details zur Stabsstruktur).
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| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Der Stab des BdU).
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| Hessler, Günter |
„The U-Boat War in the Atlantic 1939–1945“ (Informationen zur administrativen Führung).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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