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I. Schiffsstammabteilung der Ostsee: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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! '''Schiffsstammabteilung der Ostsee - I. Schiffsstammabteilung der Ostsee'''
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! '''I. Schiffsstammabteilung der Ostsee'''
 
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| colspan="3" | Die Schiffsstammabteilung der Ostsee, später als I. Schiffsstammabteilung der Ostsee bezeichnet, war die zentrale Ausbildungseinheit der Reichsmarine und frühen Kriegsmarine für den Ostseeraum, stationiert in Kiel.  
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| colspan="3" | Die I. Schiffsstammabteilung der Ostsee war eine der ältesten und bedeutendsten Ausbildungseinheiten der Marine. Als erste Anlaufstelle für Rekruten in Kiel bildete sie das personelle Fundament. Neben der infanteristischen Grundausbildung erfolgte hier die erste fachliche Selektion für die spezialisierten Laufbahnen der Kriegsmarine, insbesondere für den Dienst auf Unterseebooten.
 
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! colspan="3" | Historie & Organisation
 
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| colspan="3" | Die ursprüngliche Schiffsstammdivision der Ostsee wurde 1920 als Ersatz für die aufgelöste I. Marine-Inspektion aufgestellt. Am 01.02.1934 wurde diese in die I. Schiffsstammabteilung der Ostsee umbenannt, mit Hauptsitz in Kiel. Sie unterstand dem 2. Admiral der Ostsee bzw. der Marinestation der Ostsee.
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| Aufstellung: || colspan="3" | 01.01.1921 als Teil der Schiffsstammdivision der Ostsee (Reichsmarine).
 
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| Standort: || colspan="3" | Wiker Kaserne, Kiel (prestigeträchtiger Standort der deutschen Marinegeschichte).
 
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! colspan="3" | Aufgaben:  
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| Umbenennung: || colspan="3" | 01.01.1944 in 1. Marine-Ersatz-Abteilung im Zuge einer Reorganisation.
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| colspan="3" | Die Hauptaufgabe war die seemännische und infanteristische Grundausbildung der Rekruten für die Flotte. Dies umfasste den Formaldienst, die Handhabung von Handfeuerwaffen und erste seemännische Fertigkeiten, um die Männer auf den Dienst an Bord vorzubereiten.
 
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! colspan="3" | Personalreservoir:
 
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| colspan="3" | Die Abteilung diente als wichtiges Reservoir für Personal, das nach der Grundausbildung zu Fronttruppenteilen oder Speziallehrgängen kommandiert wurde.
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| Unterstellung: || colspan="3" | 2. Admiral der Ostseestation (später 2. Admiral der Ostsee).
 
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| Struktur: || colspan="3" | Abteilungsstab (Führung durch Fregattenkapitän/Kapitän z. S.), unterteilt in 4 bis 8 Kompanien zu je 150-250 Mann, gegliedert in Züge und Gruppen.
 
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! colspan="3" | Umbenennung:  
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| Kriegsende: || colspan="3" | April 1945: Einstellung des Lehrbetriebs und Eingliederung in Marine-Schützen-Bataillone zur Verteidigung Kiels. Mai 1945: Britische Gefangenschaft.
 
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| colspan="3" | Im Zuge der Reorganisation der Kriegsmarine wurde die Einheit am 01.01.1944 in die 1. Marine-Ersatz-Abteilung umbenannt.
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! colspan="3" | Aufgaben & Spezialisierung
 
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| colspan="3" | I. Schiffsstammabteilung der Ostsee (Kiel) folgte einer straffen hierarchischen Gliederung, die darauf ausgelegt war, große Rekrutenzahlen administrativ zu verwalten und gleichzeitig eine intensive militärische Ausbildung zu gewährleisten.
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| Grundausbildung: || colspan="3" | Infanteristische Schulung (Formaldienst, Waffenausbildung am Karabiner 98k, Geländedienst).
 
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| Vorauswahl: || colspan="3" | Fachliche Sichtung der Rekruten für Laufbahnen wie Signalgasten, Maschinisten oder die U-Boot-Waffe.
 
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! colspan="3" | Abteilungskommandeur:
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| Personalreserve: || colspan="3" | Administrativer Sammelpunkt für Soldaten, die auf Kommandierungen zu Fachlehrgängen (z. B. Nachrichten- oder Torpedolehrgang) warteten.
 
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| Sanitätswesen: || colspan="3" | Durchführung von Tauglichkeitsprüfungen unter Leitung eines Marinearztes.
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| colspan="3" | Meist ein Fregattenkapitän oder Kapitän zur See. Er trug die Gesamtverantwortung für die Ausbildung und Disziplin.
 
 
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! colspan="3" | Adjutant:
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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| colspan="3" | Ein Oberleutnant zur See, der den täglichen Dienstbetrieb und den Schriftverkehr koordinierte.
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| Einstiegspunkt: || colspan="3" | Viele spätere U-Boot-Offiziere der frühen Crews begannen hier ihren Dienst unter dem strengen Drill in Kiel-Holtenau.
 
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| Personalhistorie: || colspan="3" | In den Stammrollen (BArch RM 121/642) als erste militärische Heimat von Seeoffizieren und technischem Personal der Kieler U-Flottillen vermerkt.
 
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! colspan="3" | Personaloffizier:
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| Vorbereitung: || colspan="3" | Vermittlung der militärischen Haltung und Disziplin als notwendige Basis vor der Versetzung zur Baubelehrung (z. B. Typ XXI).
 
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| colspan="3" | Verantwortlich für die Stammrollen der Rekruten und die Zuweisung nach der Grundausbildung.
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 
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! colspan="3" | Verwaltung:
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| BArch RM 121 / 162 || colspan="3" | Dienstvorschriften über die Organisation der Schiffsstammabteilungen der Ostsee (1921–1938).
 
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| BArch RM 121 / 642 || colspan="3" | Rekrutenstammrollen der I. Schiffsstammabteilung Kiel-Holtenau (Einstellungsjahrgänge).
 
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| colspan="3" | Geführt vom Zahlmeister (Verwaltungsoffizier), zuständig für Besoldung, Verpflegung und Bekleidung der Rekruten.
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| BArch RM 3 / 1024 || colspan="3" | Akten des OKM zur Ausbildungsorganisation und Kasernierung im Bereich Kiel.
 
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| colspan="3" | Die Abteilung gliederte sich in der Regel in vier bis sechs Kompanien. Jede Kompanie wurde von einem Kapitänleutnant als Kompaniechef geführt.
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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! colspan="3" | Stammkompanie:
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Bodenorganisation der Marinestation der Ostsee).
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| colspan="3" | Beinhaltete das permanente Funktionspersonal der Abteilung (Ausbilder, Schreiber, Handwerker).
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| Tessin, Georg || colspan="3" | "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht" (Band 14, systematische Übersicht der Schiffsstammabteilungen).
 
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | "Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien" (Bedeutung Kiels als Ausbildungsstandort).
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! colspan="3" | Ausbildungskompanien:
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| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| colspan="3" | Hier waren die Rekruten untergebracht. In der Regel gab es eine Trennung nach Laufbahnen: Kompanien für den seemännischen Dienst (künftige Signalgasten und Steuermänner) und Kompanien für technisches Personal (künftige Maschinisten für die U-Boote).
 
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! colspan="3" | Züge:  
 
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| colspan="3" | Jede Kompanie bestand aus drei bis vier Zügen, geführt von einem Zugführer (meist ein Leutnant oder ein erfahrener Oberfeldwebel).
 
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! colspan="3" | Gruppen:
 
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| colspan="3" | Ein Zug unterteilte sich in Gruppen zu je 10 bis 12 Mann. Die Gruppenführung lag bei einem Unteroffizier (Maat) oder einem bewährten Obermatrosen. Diese Ebene war entscheidend für den täglichen Drill und die infanteristische Ausbildung.
 
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! colspan="3" | Personalreserve:
 
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| colspan="3" | Ein Teil der Abteilung fungierte als Sammelbecken für Soldaten, die auf ihre Versetzung zu Fachlehrgängen (wie dem Nachrichtenlehrgang) oder zur Baubelehrung (beispielsweise für den Typ XXI) warteten.
 
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! colspan="3" | Sanitätsbereich:
 
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| colspan="3" | Eine eigene Sanitätsstaffel unter Leitung eines Marinearztes war für die Tauglichkeitsuntersuchungen der Rekruten zuständig.
 
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! colspan="3" | Das Ende
 
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| colspan="3" | I. Schiffsstammabteilung der Ostsee im Jahr 1945 war geprägt vom Zusammenbruch der geordneten Ausbildung und der Umwandlung von Marinepersonal in infanteristische Erdkampfverbände. Angesichts der alliierten Vorstöße auf deutsches Reichsgebiet wurde der reguläre Ausbildungsbetrieb für künftige Spezialisten (wie für den Typ XXI) eingestellt. Die Abteilung, die zu diesem Zeitpunkt bereits als 1. Marine-Ersatz-Abteilung firmierte, wurde zur Aufstellung von Marine-Schützen-Bataillonen herangezogen. Das Personal, vom einfachen Rekruten bis zum erfahrenen Oberstabsmatrosen, wurde mit infanteristischen Waffen ausgerüstet und in die Verteidigungslinien im Raum Schleswig-Holstein und Mecklenburg eingegliedert.
 
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! colspan="3" | Kapitulation im Raum Kiel
 
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| colspan="3" | Mit der Besetzung Kiels durch britische Truppen Anfang Mai 1945 hörte die Abteilung als militärischer Verband auf zu existieren. Ein Großteil des Stammpersonals und der verbliebenen Rekruten geriet in britische Kriegsgefangenschaft. Die Kasernenanlagen in Kiel-Wik, die über Jahrzehnte das Zentrum der Grundausbildung und des Signaldienstes waren, wurden von den Besatzungsmächten übernommen.
 
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! colspan="3" | Quellenangabe
 
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| Bundesarchiv Signatur RM 11 || colspan="3" | Schiffsstamm-Einheiten der Kriegsmarine - Invenio Online-Recherche. Enthält detaillierte Gliederungs- und Stellenbesetzungspläne der Abteilung.
 
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| Lexikon der Wehrmacht || colspan="3" | Siehe [https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/| Lexikon der Wehrmacht] Artikel über die Organisation der Schiffsstammabteilungen.
 
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| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
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| colspan="3" | >>>>U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki<<<<
 
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| || colspan="3" | '''<small>ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132</small>'''
 
 
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Aktuelle Version vom 3. März 2026, 13:17 Uhr

Dienststelle I. Schiffsstammabteilung der Ostsee
Die I. Schiffsstammabteilung der Ostsee war eine der ältesten und bedeutendsten Ausbildungseinheiten der Marine. Als erste Anlaufstelle für Rekruten in Kiel bildete sie das personelle Fundament. Neben der infanteristischen Grundausbildung erfolgte hier die erste fachliche Selektion für die spezialisierten Laufbahnen der Kriegsmarine, insbesondere für den Dienst auf Unterseebooten.
Historie & Organisation
Aufstellung: 01.01.1921 als Teil der Schiffsstammdivision der Ostsee (Reichsmarine).
Standort: Wiker Kaserne, Kiel (prestigeträchtiger Standort der deutschen Marinegeschichte).
Umbenennung: 01.01.1944 in 1. Marine-Ersatz-Abteilung im Zuge einer Reorganisation.
Unterstellung: 2. Admiral der Ostseestation (später 2. Admiral der Ostsee).
Struktur: Abteilungsstab (Führung durch Fregattenkapitän/Kapitän z. S.), unterteilt in 4 bis 8 Kompanien zu je 150-250 Mann, gegliedert in Züge und Gruppen.
Kriegsende: April 1945: Einstellung des Lehrbetriebs und Eingliederung in Marine-Schützen-Bataillone zur Verteidigung Kiels. Mai 1945: Britische Gefangenschaft.
Aufgaben & Spezialisierung
Grundausbildung: Infanteristische Schulung (Formaldienst, Waffenausbildung am Karabiner 98k, Geländedienst).
Vorauswahl: Fachliche Sichtung der Rekruten für Laufbahnen wie Signalgasten, Maschinisten oder die U-Boot-Waffe.
Personalreserve: Administrativer Sammelpunkt für Soldaten, die auf Kommandierungen zu Fachlehrgängen (z. B. Nachrichten- oder Torpedolehrgang) warteten.
Sanitätswesen: Durchführung von Tauglichkeitsprüfungen unter Leitung eines Marinearztes.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Einstiegspunkt: Viele spätere U-Boot-Offiziere der frühen Crews begannen hier ihren Dienst unter dem strengen Drill in Kiel-Holtenau.
Personalhistorie: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) als erste militärische Heimat von Seeoffizieren und technischem Personal der Kieler U-Flottillen vermerkt.
Vorbereitung: Vermittlung der militärischen Haltung und Disziplin als notwendige Basis vor der Versetzung zur Baubelehrung (z. B. Typ XXI).
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften über die Organisation der Schiffsstammabteilungen der Ostsee (1921–1938).
BArch RM 121 / 642 Rekrutenstammrollen der I. Schiffsstammabteilung Kiel-Holtenau (Einstellungsjahrgänge).
BArch RM 3 / 1024 Akten des OKM zur Ausbildungsorganisation und Kasernierung im Bereich Kiel.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Bodenorganisation der Marinestation der Ostsee).
Tessin, Georg "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht" (Band 14, systematische Übersicht der Schiffsstammabteilungen).
Hildebrand, Hans H. "Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien" (Bedeutung Kiels als Ausbildungsstandort).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132