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Wolfgang Schwarzkopf: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Am 31.07.1944 wurde Wolfgang Schwarzkopf, wegen dem Untergang von [[U 2]], beim Zusammenstoß mit dem Dampfer [[Helmi Söhle]], zu 6 Monate Gefängnis wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässige Beschädigung verurteilt. Später wurde das Urteil in 6 Wochen verschärften Kammerarrest umgewandelt (verbüßt ab 13.10.44).
 
| colspan="3" | Am 31.07.1944 wurde Wolfgang Schwarzkopf, wegen dem Untergang von [[U 2]], beim Zusammenstoß mit dem Dampfer [[Helmi Söhle]], zu 6 Monate Gefängnis wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässige Beschädigung verurteilt. Später wurde das Urteil in 6 Wochen verschärften Kammerarrest umgewandelt (verbüßt ab 13.10.44).
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Aktuelle Version vom 12. März 2026, 13:44 Uhr

Hans-Dietrich Schwarzenberg ← Wolfgang Schwarzkopf → Heinz Schwassmann

!!! Bitte unbedingt die Anmerkungen beachten/Please pay attention to the notes Klick hier → Anmerkungen für Kommandanten !!!
Datenblatt: Wolfgang Schwarzkopf
Geburtsdatum: 10.01.1921
Geburtsort: Berlin
Geburtsort Lage - Damals: Stadtkreis Berlin - Provinzfreie Stadt - Freistaat Preußen - Reichshauptstadt
Geburtsort Lage - Heute: Kreisfreie Stadt - Bundesland Berlin - Bundeshauptstadt
Todesdatum: -
Todesort: -
Todesort - Lage: -
Dienstgrade
01.05.1940 Seekadett (Ernennung)
01.11.1940 Fähnrich zur See
01.11.1941 Oberfähnrich zur See
01.04.1942 Leutnant zur See mit Rangdienstalter vom 01.04.1942 (-420-)
01.12.1943 Oberleutnant zur See mit Rangdienstalter vom 01.12.1943 (-302-)
Orden und Auszeichnungen
18.09.1941 U-Bootskriegsabzeichen 1939
03.09.1943 Eiserne Kreuz 2. Klasse
03.09.1943 Verwundetenabzeichen in Schwarz
00.12.1943 Dienstauszeichnung IV. Klasse
Militärischer Werdegang
01.12.1939 Eintritt in die Kriegsmarine als Seeoffiziersanwärter. Crew XII/39.
01.12.1939 - 29.02.1940 Infanteristische Grundausbildung bei der 7. Schiffsstammabteilung, Dänholm/Stralsund.
29.02.1940 - 31.03.1940 Bordausbildung auf dem Segelschulschiff Horst Wessel.
01.04.1940 - 30.11.1940 Bordausbildung auf dem Schulschiff Schleswig-Holstein.
01.12.1940 - 30.04.1941 Hauptlehrgang für Fähnriche mit anschließender Offiziershauptprüfung an der Marineschule, Flensburg-Mürwik.
01.05.1941 - 22.11.1941 Wachoffiziersschüler auf U 202 (VII C) unter Hans-Heinz Linder. 3 Unternehmungen:
17.06.1941 - 23.07.1941 - Nordatlantik.
11.08.1941 - 17.09.1941 - Nordatlantik, südwestlich Irland. 2 Schiffe ↓ 2.210 BRT.
14.10.1941 - 13.11.1941 - Nordatlantik, westlich Irland, Neufundland. 2 Schiffe ↓ 6.608 BRT.
23.11.1941 - 01.02.1942 U-Wachoffizierslehrgang bei der 1. U-Lehrdivision, Pillau.
02.02.1942 - 14.03.1942 Torpedolehrgang für U-Wachoffiziere an der Torpedoschule, Flensburg-Mürwik.
15.03.1942 - 28.03.1942 Nachrichtenlehrgang für U-Wachoffiziere an der Nachrichtenschule, Flensburg-Mürwik.
00.03.1942 - 00.07.1942 Wachoffizier (überzählig) auf U 605 (VII C) unter Herbert-Viktor Schütze. (Ausbildung und Erprobung).
00.08.1942 - 15.10.1942 Baubelehrung für U 340 bei der 6. Kriegsschiffbaulehrabteilung, Bremen.
16.10.1942 - 02.09.1943 I. Wachoffizier auf U 340 (VII C) unter Hans-Joachim Klaus. 2 Unternehmungen:
29.04.1943 - 31.05.1943 - Nordatlantik, südöstlich Kap Farewell.
06.07.1943 - 02.09.1943 - Mittelatlantik, Kanaren.
03.09.1943 - 30.09.1943 Zur Verfügung der 6. U-Flottille, St. Nazaire und im Lazarett La Baule.
01.10.1943 - 15.10.1943 Ortungslehrgang (Funkmeß) bei der 3. U-Lehrdivision, Neustadt.
16.10.1943 - 01.12.1943 Kommandanten-Lehrgang. Kommandanten-Schießlehrgang bei der 23. U-Flottille, Danzig.
13.12.1943 - 08.04.1944 Kommandant von U 2 (II A) - (Schulboot).
08.04.1944 Verlust seines Bootes U 2 in der Ostsee.
Das Boot sank nach einer Kollision mit dem deutschen Fischdampfer Helmi Söhle. (17 Tote und 18 Überlebende).
12.05.1944 - 05.08.1944 Kommandant von U 21 (II B) - (Schulboot).
06.08.1944 - 18.12.1944 Kommandant von U 704 (VII C) - (Schulboot).
00.01.1945 - 00.02.1945 In der 1. U-Ausbildungsabteilung, Plön.
00.03.1945 - 08.05.1945 Zur Verfügung der 3. U-Lehrdivision, Neustadt und dem Marine Auffangkommando Husum.
08.05.1945 - 00.00.0000 Britische Kriegsgefangenschaft.
Der Fall Schwarzkopf
Am 31.07.1944 wurde Wolfgang Schwarzkopf, wegen dem Untergang von U 2, beim Zusammenstoß mit dem Dampfer Helmi Söhle, zu 6 Monate Gefängnis wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässige Beschädigung verurteilt. Später wurde das Urteil in 6 Wochen verschärften Kammerarrest umgewandelt (verbüßt ab 13.10.44).
Hergang der Kollision:
Der Zusammenstoß am 08.04.1944 ereignete sich bei guter Sicht während einer Überwasserfahrt in der Danziger Bucht (nahe Pillau). Die Untersuchung ergab, dass Schwarzkopf den Dampfer Helmi Söhle zu spät wahrgenommen hatte, was als schweres Versäumnis in der Ausguckführung gewertet wurde. Dies begründete den Vorwurf der „Fahrlässigkeit“ im Urteil.
Zusammensetzung der Toten:
Unter den 17 Todesopfern befanden sich nicht nur Mitglieder der Stammbesatzung, sondern auch mehrere Lehrgangsteilnehmer, die sich zur Einweisung an Bord befanden. Dies erhöhte den Druck der Marinejustiz, ein deutliches Urteil zu fällen.
Begründung der Strafmilderung:
Die Umwandlung der 6 Monate Gefängnis in 6 Wochen verschärften Kammerarrest erfolgte durch eine Gnadenentscheidung des zuständigen Gerichtsherrn (in diesem Fall meist der Kommandierende Admiral der Unterseeboote, Hans-Georg von Friedeburg). Die offizielle Begründung lautete auf „Bewährung vor dem Feind“ und den dringenden Bedarf an erfahrenen Offizieren für das neue Typ-XXI-Programm.
Besonderheit des Kammerarrests: Der „verschärfte Kammerarrest“ bedeutete, dass Schwarzkopf während der 6 Wochen (ab 13.10.1944) keinen Dienst versehen durfte, keinen Ausgang hatte und in seiner Unterkunft isoliert war.
Verbleib von U 2: Das Boot wurde am Tag nach dem Unfall (09.04.1944) gehoben und nach Pillau geschleppt. Dort wurde festgestellt, dass eine Reparatur unwirtschaftlich sei. Es wurde daher am 18.06.1944 offiziell außer Dienst gestellt und als Ersatzteilspender genutzt, was im Prozess strafverschärfend als „Totalverlust eines Frontmittels“ gewertet wurde.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch PERS 6 Die Personalakten-Sammlung. Dies ist die Quelle für einzelne Personen. Hier liegen die Akten alphabetisch geordnet. Jede Ernennung zum Kommandanten, basiert rechtlich auf einem Dokument in diesem Bestand.
BArch RM 7 / 843 ff. Stellenbesetzungslisten. In den Akten der Seekriegsleitung (Skl) wurden regelmäßig Listen geführt, welcher Offizier auf welcher Position (Kommandant, I. W.O., L.I.) saß. Dies diente der personellen Übersicht für den B.d.U.
BArch RHD 18 Neben den Akten gibt es die gedruckten Ranglisten der Deutschen Kriegsmarine (Bestand BArch RHD 18). Hier sind die Offiziere nach ihren Crews und ihrem Dienstalter sortiert. Dies ist die beste Quelle, um das Beförderungsdatum zu verifizieren.
Literaturverweise
Rainer Busch/Hans Joachim Röll "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag 1996 - S. 224. | → Amazon
Walter Lohmann/Hans H. Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945" - Podzun Verlag 1956 - Band 3 - Abschnitt 292 - S. 194. | → Amazon
Dr. Erich Uetrecht "Meyers Orts- und Verkehrslexikon des Deutschen Reiches" - Verlag Leipzig u. Wien Bibliographisches Institut 1912 - 1935. | → ZVAB - Antiquariat
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