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Sfax (Q 182)

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Die SFAX (Q 182) war ein Unterseeboot der Agosta-Klasse der französischen Marine.
Der Kiel des U-Bootes wurde am 28.07.1931 bei At. & Chantiers de la Loire in Saint-Nazaire gelegt. Der Stapellauf erfolgte am 06.12.1934 und die Indienststellung am 07.09.1937.
Das Boot hatte eine Verdrängung von 1.570 ts über und 2.084 ts unter Wasser. Es war 92,30 m lang, 8,20 m breit und hatte einen Tiefgang von 4,70 m. 2 × Sulzer-Dieselmaschinen erzeugten 4300 PS und 2 × Elektromotoren erzeugten 2000 PS. Diese konnten das Boot auf bis zu 20 kn (37 km/h) über und 10 kn (19 km/h) unter Wasser beschleunigen. Die Besatzungsstärke betrug 61 Mann.
Bewaffnet war die Sfax mit: 1 × Deckgeschütz 10,0 cm L/40, 2 × MG 13,2 mm (2 × 1), 9 × Torpedorohre 555 mm (4 vorn, 3 mittschiffs, 2 hinten), 2 × Torpedorohre 400 mm.
Einsatzgeschichte
Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im September 1939 bildete das U-Boot – gemeinsam mit den U-Booten Casabianca, Achille und Pasteur – die 2. U-Boot-Division (2ième division sous-marine) in Brest. Im September 1939 unternahm die Sfax erfolglose Patrouillenfahrten in der Biskaya und vor nordspanischen Häfen, um hier gegebenenfalls deutsche Blockadebrecher abfangen zu können. Im April 1940 operierte das Boot von Dundee aus in der Nordsee gegen deutsche Seetransporte nach Norwegen, auch hierbei gelangen allerdings keine Erfolge – möglicherweise konnte das U-Boot aber am 22.04.1940 einen Torpedoangriff gegen das deutsche Kühlschiff Palime (2.863 BRT) südwestlich von Stavanger durchführen, beide Torpedos gingen allerdings fehl.
Das U-Boot wurde am 18.06.1940, kurz vor der Kapitulation Frankreichs, mit den übrigen Booten der 2. U-Boot-Division nach Casablanca (damals Französisch-Nordafrika) verlegt, um es einem möglichen deutschen Zugriff zu entziehen. Nachfolgend wurde das U-Boot in die neu geschaffenen Vichy-französischen Seestreitkräfte integriert.
Am 17.12.1940 erhielt die Sfax den Auftrag, den von Casablanca nach Dakar laufenden Vichy-französischen Flottentanker Rhone (2.875 BRT) zu eskortieren. Dieser Kleinkonvoi, das aufgetaucht laufende U-Boot, unter dem Kommando von Lieutenant de Vaisseau Marcel Groix, und der Tanker, wurden in den Nachmittagsstunden des 19.12.1940 vor Tarfaya, Marokko, von dem deutschen U-Boot U 37 gesichtet, wobei die Sfax irrtümlich als britisches U-Boot angesprochen wurde. Das deutsche U-Boot feuerte gegen 16:40 Uhr zwei Torpedos auf die Sfax ab, von denen einer traf und das Vichy-französische U-Boot auf der Position 28° 03' N - 12° 54' W versenkte. Je nach Quelle gingen 65, 64 oder 61 Besatzungsangehörige mit dem U-Boot unter, darunter auch der Kommandant. Vier Besatzungsangehörige überlebten die Versenkung.
Der Flottentanker Rhone, dessen Kommandant zunächst eine innere Explosion an Bord des U-Bootes vermutete, stoppte daraufhin und setzte Rettungsboote aus (sie nahmen dann auch die vier Überlebenden des U-Bootes auf). Dem deutschen U-Boot gelang es allerdings dadurch, gegen 17:20 Uhr auch den gestoppt liegenden Tanker zu torpedieren, welcher in Brand geriet und aufgegeben werden musste (das ausgebrannte Schiff sank allerdings erst am nächsten Tag). Bei der Torpedierung starben zwölf Besatzungsangehörige des Tankers. Die vier Überlebenden der Sfax sowie die überlebende Tankerbesatzung, die sich in drei überladenen Rettungsbooten befanden, wurden am Abend des 19.12.1940 sowie am 20.12.1940 von einem spanischen Fischkutter sowie dem Vichy-französischen Frachter Francois L-D entdeckt und gerettet.
Der Zwischenfall führte im Nachgang zu einigen diplomatischen Spannungen zwischen dem (offiziell) neutralen Vichy-Regime und dem Deutschen Reich, was dazu führte, dass Oberleutnant z. S. Clausen zur Geheimhaltung über den Vorfall angewiesen wurde und dass die Einträge im Logbuch von U 37 für den 19.12.1940 verändert beziehungsweise jegliche Hinweise auf die Versenkungen entfernt wurden.
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